Finanzierung Branche im Wandel

Das Geschäft mit Leasing boomt. Dazu bietet die Digitalisierung den Anbietern die Chance auf weiteres Wachstum. Doch sinkende Margen und Regulierungswut sorgen mittlerweile für Konsolidierungsdruck.
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Mit speziellen Leasingverträgen zahlen Kunden nur die effektive Nutzung. Quelle: Tesla
Roboter im Einsatz

Mit speziellen Leasingverträgen zahlen Kunden nur die effektive Nutzung.

DüsseldorfDie Mitarbeiter der Spahn GmbH in Esslingen haben seit Jahresanfang einen neuen Arbeitskollegen. Der Mitarbeiter hört auf den Namen Sawyer und ist ein kollaborierender Roboter, der über künstliche Intelligenz verfügt. In elegantem Rot gehalten und kaum größer als ein normaler Kühlschrank, bewegt er sich mit Hilfe mehrerer Sensoren und zweier Kameras, die ihm als digitale Augen dienen, eigenständig durch die Produktionshalle. Wo immer Sawyer von einem Mitarbeiter gebraucht wird, hilft er aus und erledigt Standardaufgaben oder arbeitet mit seinem schlanken, äußerst beweglichen Roboterarm seinen menschlichen Kollegen zu.

„Weil wir unsicher waren, ob sich der Einsatz eines solch neuartigen Roboters auf Dauer rechnet, haben wir Sawyer geleast“, erzählt Spahn-Geschäftsführer Rainer Eberle, der aus Sorge um die Neugier von Wettbewerbern seinen richtigen Namen ebenso wenig in der Zeitung lesen möchte wie den seines Maschinenbauunternehmens.

Worauf Sie beim Leasing achten sollten!
Kampf gegen die Bürokratie
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Bearbeitungsgebühren: Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

Leasingvertrag
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Hersteller: Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

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Nutzungsänderungen: Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

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Nutzungsdauer: Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

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Reparaturen: Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuererklärung
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Steuern: In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Euro Geldscheine
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Zinsanpassung: In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Das Besondere dabei: Zusammen mit der Leasinggesellschaft hat Eberle den Mietvertrag so gestaltet, dass er nur für die effektive Nutzung des Roboters zahlt. Ein Telemetrie-Modul in Sawyer sammelt dazu Daten über Einsatzzeiten und Tätigkeiten und übermittelt sie in Echtzeit an die Leasinggesellschaft. Die errechnet daraus eine individuelle Rate, die sich am Verschleiß der Maschine orientiert. Sollte Sawyer in zwei oder drei Jahren technisch überholt sein, kann der Vertrag kurzfristig beendet und der Roboter gegen einen modernen Nachfolger ausgetauscht werden.

Nutzungsabhängiges Leasing, auch Pay-per-use oder Pay-per-save genannt, ist ein Trend, der immer stärker wird, beobachtet Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Die voranschreitende Digitalisierung macht es möglich. Denn egal, ob Kraftfahrzeug, Computer-Hardware oder Fräsmaschine – fast in jedem technischen Gerät stecken heutzutage kleine Sensoren, die genau registrieren, wann und wie intensiv der Gegenstand genutzt wird. Ist die Zeit reif für eine Wartung oder den Austausch eines Ersatzteils, bekommt der Nutzer ein Signal, oder es wird automatisch ein Service-Techniker in Marsch gesetzt.

Die Leasingbranche weiß dies mehr und mehr als Wettbewerbsvorteil gegenüber den Anbietern einer klassischen Kreditfinanzierung zu nutzen. Statt starrer Raten und fester Laufzeiten, die einen fiktiven Restwert des Investitionsguts am Ende des Vertrags unterstellen, bieten immer mehr Leasinggesellschaften flexible Laufzeiten und Finanzierungsraten, die sich an der tatsächlichen Nutzung des Leasinggegenstands orientieren. „Die bisherige Erfolgsformel ‚Pay as you earn‘ entwickelt sich so weiter zum ‚Pay-per-use‘“, sagt Johannes Anschott, Vorstandsmitglied der Commerz Real. Er sieht die Digitalisierung als Wachstumsmotor für die Branche.

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