Flottenmanagement
„Do it yourself“ kostet Zeit und Nerven

Statt die Serviceangebote von Leasinggesellschaften in Anspruch zu nehmen, kümmern sich viele Fuhrparkmanager selbst um ihren Bereich. Doch was eigentlich Kosten sparen soll, kann im Nachhinein Zeit und Effizienz kosten.
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WertherFuhrparkmanager haben es oft nicht leicht. Häufig bereitet der Kostendruck, der in vielen Unternehmen herrscht, den Mitgliedern dieser Berufsgruppe regelmäßig Kopfzerbrechen. Auch sonst können die meisten nicht schalten und walten, wie sie wollen. Denn sie müssen den Spagat schaffen, den Ansprüchen des Managements, des Vertriebs und der restlichen Mitarbeiter mit Dienstwagen gerecht zu werden.

Gewohnheiten und Besitzstandswahrung sorgen oftmals dafür, dass die Strukturen im Fuhrparkmanagement vieler Unternehmen festgefahren sind, wie das "CVO Fuhrpark-Barometer 2013" der Corporate Vehicle Observatory (CVO) belegt. CVO ist eine von der Leasinggesellschaft Arval und ihrer Mutter BNP Paribas betriebene Expertenplattform zur beruflichen Mobilität.

Viele Leasinggesellschaften bieten Dienstleistungen rund um das Fuhrparkmanagement an - indes: Sie werden nicht genutzt. "Do it yourself" heißt bei vielen Firmen die Devise. Doch diese Methode kostet Zeit und führt am Ende nicht selten zu Effizienzverlusten.

Ein Beispiel: die Restwerte. Gerade mal ein Viertel der befragten Fuhrparkexperten nutzt einen Kilometervertrag, bei dem das Risiko des Restwertes beim Leasinggeber liegt. Daher zählt die Restwert-Prognose zur Kernkompetenz von Leasinggesellschaften.

Doch diese Expertise nutzen viele Fahrzeugverantwortlichen nicht. 23 Prozent haben immer noch einen Leasingvertrag mit festgeschriebenem Restwert - und das, obwohl sich mit den Restwerten kaum noch Ertrag erzielen lässt. Werden der Restwert zu hoch und die Leasingrate zu niedrig kalkuliert, ergeben sich am Ende Verluste. Doch die Fuhrparkleiter nehmen das Verwertungsrisiko lieber in Kauf, als den Risiko-Aufschlag der Leasinggesellschaften zu akzeptieren.

„Nur eine Minderheit ist sich bewusst, dass Leasing mit einem Kilometervertrag in Zeiten sinkender Restwerte ein entscheidender Vorteil ist", so Ralf Woik, Mitglied der Geschäftsleitung von Arval in Deutschland und CVO-Sprecher.

Ein anderes Beispiel: der Führerscheinnachweis. Obwohl Leasinggesellschaften elektronische Kontrollsysteme dazu anbieten, übernimmt fast die Hälfte aller befragten Fuhrparkverantwortlichen die Prüfung selbst. Jedoch: 22 Prozent der kleinen und 17 Prozent der großen Fuhrparks schaffen die Kontrolle nicht regelmäßig.

Dabei können Führerscheine heute beim Tanken einfach gescannt werden. Doch Fuhrparkleiter nehmen lieber ein umfassendes Prozedere in Kauf, als Aufgaben an Dienstleister abzugeben. Der Einspareffekt ist nahe null, denn die Dokumentation muss auch hinterlegt werden. Schlimmer noch: Viele Fuhrparkmanager wissen gar nichts darüber.

Obwohl die Zulassungszahlen laut Dataforce sinken, wird die Zahl der Fuhrparkfahrzeuge nach Meinung vieler Befragten in Zukunft steigen. "Unternehmen können offenbar nicht auf das Auto verzichten, als Motivationstreiber zum Beispiel ist es nach wie vor uneinholbar", so Woik.

Die Wahl der Marke- vorzugsweise eine deutsche - ist dabei das wichtigste Auswahlkriterium. Statt am Spritverbrauch sparen die Fuhrparkmanager eben an anderer Stelle - zum Beispiel dem Einkauf. Viele Unternehmen nutzen drei bis fünf verschiedene Leasinggesellschaften.

Leasing ist gefragt

Leasing-Investitionen in Deutschland

in Mrd. Euro


In der Praxis bedeutet das aber oft nicht mehr als eine Leasingratenoptimierung von weniger als zehn Euro pro Fahrzeug und Monat. Nicht eingerechnet die Tatsache, dass die Fuhrparkleitung ständig mit Ausschreibungen beschäftigt ist.

Weil sie das Ergebnis ihrer Ausschreibungen wegen der verschiedenen Parameter - Effektivzins, Full-Service mit oder ohne Winterreifen - oft nicht richtig bewertet, läuft es am Ende auf einen simplen Ratenvergleich hinaus. "Das preiswerteste Angebot ist oft nicht das kostenoptimale, abgerechnet wird am Ende", weiß Woik.

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