FML-Leasing-Chef Ralf Marquardt

„Heute geht es mehr um Software“

Firmenfahrzeuge erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, während andere Bereiche schrumpfen: Der Gründer der FML Leasing, Ralf Marquardt, spricht im Handelsblatt-Interview über Branchentrends und die Digitalisierung.
  • Thomas Luther
Kommentieren
Geschäftsführer FML (Flexibler mit Leasing), Ralf Marquardt (links) und Udo F. Mann (rechts)
FML-Gründer Ralf Marquardt

„Industrie 4.0 wird eine Herausforderung.“

Quelle: FML

Das Thema „Industrie 4.0“ wird für FML-Geschäftsführer Ralf Marquardt auch das Leasingbranche verändern.

Herr Marquardt, wie hat sich das Leasinggeschäft über die Jahre hinweg verändert?
Während in den 70er-Jahren das Neugeschäft von Büromaschinen und EDV dominiert wurde, boomte Anfang der 80er-Jahre dann das Autoleasing. Seitdem ist dieser Bereich kontinuierlich gewachsen, während der IT-Bereich immer weiter geschrumpft ist.

Das ist doch ungewöhnlich angesichts der voranschreitenden Digitalisierung, oder?
Zum einen ist die Hardware immer günstiger geworden, so dass die Finanzierung über Eigenmittel meist problemlos möglich ist. Im Bereich Autoleasing ist der Anstieg in den vergangenen Jahren sicherlich darauf zurückzuführen, dass die Hersteller in den letzten Jahren häufig gezwungen waren, Leasing als Marketinginstrument einzusetzen.

Was verlangen Kunden im Bereich Digitalisierung?
Im klassischen IT-Bereich geht es heute mehr um Softwareleasing als um die Finanzierung der Hardware. Zwar ist der Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich geschrumpft, aber ich bin sicher, dass das Thema Industrie 4.0 wieder zu einer Belebung führen wird.

Die verrücktesten Leasing-Objekte
Knochenjob für den Luxus - Arbeiten im 5-Sterne-Hotel
1 von 24

Hotelmatratzen

Wer in einem Hotel übernachtet, wünscht sich, dass die Zimmer immer modern eingerichtet sind. Doch die Liquidität vieler Hotel-Chefs ist im hart umkämpften Markt oft knapp. Sich die Matratzen zu leasen, kommt vielen Hoteliers daher ganz gelegen. Es gibt sogar Matratzen mit versteckten Funkchips die registrieren, wenn jemand im Bett liegt – und nur dann muss der volle Leasing-Betrag gezahlt werden. So lassen sich saisonale Schwankungen ausgleichen und Fixkosten senken.

Tiger im Zoo
2 von 24

Zootiere

Ein Sumatra-Tiger ist sicher nicht billig für einen Zoo. Daher lassen sich mittlerweile auch ungewöhnliche „Wirtschaftsgüter“ wie exotische Tiere finanzieren. Vorteil für den Zoo: Man spart sich den hohen Kaufpreis und die Liquidität wird nicht beeinflusst.

Polizeistreife
3 von 24

Reiterstaffeln

Ein bekanntes Beispiel für das Leasing von Tieren ist auch die Reiterstaffel der Polizei in NRW. Vorteil für die Beamten: Sie müssen sich nach Dienstschluss nicht mehr um die 40 geleasten Tiere kümmern, denn der Leasingvertrag, der im Jahr 2006 für Aufsehen sorgte, beinhaltet außer der Bereitstellung der Pferde auch die Unterbringung, die Versorgung und die Pflege.

Rettungsstelle Berlin-Marzahn
4 von 24

Klinik- und Pflegebetten

Es kann eine große Erleichterung sein, sowohl für den Patienten, wie auch für seine Pflegepersonen: ein Pflegebett. Weil die Betten heutzutage aber mit modernsten Technologien ausgestattet sind, haben sie auch ihren Preis. Das heißt aber nicht, dass man im Alltag auf ein Pflegebett verzichten muss – mieten und leasen gehört inzwischen zur gängigen Praxis. Auch in Kliniken.

Messe Internationale Dental-Schau
5 von 24

Dentist ohne (Finanzierungs-)Angst

Wer Zahnarzt ist und seine Praxisausstattung erneuern muss, braucht kein großes Budget. Von der Absauganlage über den Röntgenapparat bis hin zum Zahnarztstuhl lässt sich alles finanzieren. Sogar das Wartezimmer, wenn es nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist.

Wetteinsatz: Markus Lanz als Bauarbeiter
6 von 24

Berufsbekleidung

Mieten statt zu kaufen kann auch Vorteile für Arbeitskleidung im Berufsleben haben. Neue Mitarbeiter lassen sich jederzeit im Einheitslook ausstatten und defekte Berufsbekleidung wird umgehend repariert. Was schmutzig ist, wird abgeholt, gereinigt und wieder zurück gebracht.

Bombardier - Neues Flugzeug
7 von 24

Flugzeuge

Abgehoben: Um mit seinen Geschäftsleuten im Business-Jet über den Wolken zu fliegen, muss man sich kein eigenes Flugzeug kaufen. Ob Cessna, Piper oder Learjet: Lässt sich alles leasen.

Wird es in zehn Jahren Leasingbereiche geben, die es heute noch nicht gibt?
Mit Sicherheit. Die Leasingwirtschaft hat sich über die Jahrzehnte als äußerst kreativ erwiesen und technische Innovationen stets mitbegleitet. Ich gehe davon aus, dass dies auch in den nächsten zehn Jahren so bleiben wird. Der Fahrzeugbereich wird sicherlich weiter stark sein, dafür sorgt allein die Energiewende. Ohne Leasing ist das auf breiter Front gar nicht zu realisieren. Ein erhebliches Wachstumspotenzial stellt das Thema „Industrie 4.0“ dar. Hier stehen immense Investitionen an, mit denen neue Herausforderungen auf die Branche zukommen werden. Denn hierbei geht es vielfach um Investitionen in immaterielle Wirtschaftsgüter wie Software, Lizenzen und Patente.

Startseite

Mehr zu: FML-Leasing-Chef Ralf Marquardt - „Heute geht es mehr um Software“

0 Kommentare zu "FML-Leasing-Chef Ralf Marquardt: „Heute geht es mehr um Software“"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%