Fuhrparkmanager denken um
Vorfahrt für die grüne Flotte

Fuhrparkmanager wollen Verbesserungen, die zugleich ihr Budget entlasten. Zunehmend senken sie den CO2-Ausstoß der Flotten – und werden zu zentralen Entscheidern über alternative Antriebe und verbrauchsärmere Modelle.
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KölnSeit November darf sich der Autofahrer auf ein neues Farbenspiel freuen: Die sogenannte Kautschuk-Ampel wird zur Pflicht. Mit diesem Aufkleber müssen Hersteller ihre neuen Reifen kennzeichnen. Käufer erkennen auf einen Blick, wie stark der Rollwiderstand ein spritsparendes Fahren behindert. "Reifen mit wenig Rollwiderstand können zu Kraftstoff-Einsparungen von zehn Prozent führen", sagt Horst Wildemann, Autor einer Reifenmarkt-Studie des Münchener Beratungsunternehmens TCW Transfer-Centrum.

Die Nachfrage informierter Verbraucher treibe die Innovationskraft der Hersteller an: "Die Einführung des Labels wird den Wettbewerb der Hersteller beflügeln", sagt Wildemann. Er rechnet in den nächsten fünf Jahren mit weiteren zehn Prozent weniger Rollwiderstand. "Der Einsatz von Reifen mit geringem Rollwiderstand ist die einfachste Methode, die Energieeffizienz des Autos zu verbessern."

Mehr noch als manche Privatleute sind Fuhrparkmanager interessiert am Verbesserungspotenzial, das zugleich ihr Budget entlastet. Rund 60 Prozent der Fahrzeug-Neuzulassungen in Deutschland sind gewerblicher Natur, heißt es bei Volkswagen. "Aufgrund ihrer hohen Kilometerfahrleistungen stehen sie hinsichtlich der Umweltbelastung im Straßenverkehr besonders im Fokus", sagt Lars-Henner Santelmann, Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Leasing. Zunehmend senken Fuhrparkmanager den CO 2 -Ausstoß der Fahrzeuge - sie sind die zentralen Entscheider über alternative Antriebe und verbrauchsärmere Modelle.

Ein Umdenken hat eingesetzt - so auch beim Münchener Taxi-Center Ostbahnhof. 225 Tonnen CO 2 spare man im Jahr, sagt Geschäftsführer Peter Köhl. Er ist umgestiegen auf 40 Toyota Prius mit einem Hybridantrieb aus Benzin- und Elektromotor. Pro hundert Kilometer verbrauche das Modell bis zu 4,5 Liter weniger Kraftstoff als der zuvor eingesetzte Mercedes - bei ungefähr gleichen Anschaffungskosten und ebenbürtiger Laufleistung. "300 000 gefahrene Kilometer sind keine Seltenheit", sagt Köhl.

Ende 2013 solle die komplette Flotte mit 52 Fahrzeugen mit alternativen Antrieben fahren. Köhl will noch acht reine Elektroautos kaufen. Noch sind Hybridmodelle die Ausnahme in deutschen Fuhrparks. Nach Angaben der Oberhachinger Leasinggesellschaft Leasetrend machen alternative Antriebe in deutschen Fuhrparks gerade einmal ein Prozent des Fahrzeugbestands aus. Hingegen steige bei Firmen die Bereitschaft, beim Geschäftswagen auf Leistung und Luxus zu verzichten, so eine aktuelle Umfrage der Gesellschaft.

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  • Prius als Taxi... nicht alles was sich für den Unternehmer auf den ersten Blick rechnet, kommt bei den Kunden gut an. Als Kunde darf ich mir das Fahrzeug am Taxi-Stand aussuchen und telefonisch bestellen wo ich will. Einen Velours-Prius habe ich noch nie gewählt.

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