Hoher Wettbewerb
Der Leasingmarkt wird kompakter – zwangsläufig

Der Leasingmarkt ist stark zersplittert. Und das obwohl sich die Zahl der Unternehmen in den vergangenen 14 Jahren halbiert hat. Doch das ist noch nicht das Ende der Entwicklung.
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KölnLeasing ist eine wichtige Finanzierungsquelle für Investitionen des deutschen Mittelstands. Daten des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) zufolge werden allein rund 50 Prozent aller Investitionen im Mittelstand über Leasing verwirklicht - eine beachtliche Zahl.

Der Leasingmarkt ist allerdings stark fragmentiert - obwohl die Zahl der Leasinganbieter insgesamt rückläufig ist. Waren um die Jahrtausendwende in Deutschland über 1 000 Branchenunternehmen aktiv, so sind aktuell davon nur noch rund die Hälfte am Markt tätig.

Was sind die Hauptgründe für diese Entwicklung? Zum einen ist es die intensive Wettbewerbssituation bei der Finanzierung des deutschen Mittelstands. Dazu kommen eingeschränkte Möglichkeiten bei der Refinanzierung - ausgelöst durch eine zurückhaltende Kreditpolitik der meisten Banken - sowie eine zunehmende Regulierung des Leasingsektors. Alle Leasingunternehmen müssen hohen Aufwand betreiben, um die derzeitigen und zukünftigen regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Das belastet insbesondere kleinere Anbieter, da diesen steigenden und zumeist fixen Kosten nur ein kleineres Leasingportfolio und damit eine limitierte Ertragsbasis gegenübersteht.

Zwangsläufig wird es zu einer weiteren Konsolidierung des Leasingmarktes kommen. Doch der Weg dahin wird nicht gradlinig verlaufen. Eine Hürde beim Verkauf eines Leasingunternehmens ist oftmals, dass es stark voneinander abweichende Preisvorstellungen gibt - oftmals, weil bei der Bewertung des Unternehmens das Substanzwertverfahren angewendet wird.

Das Kernproblem dabei ist, dass der Substanzwert sehr statisch ist. Bei der Kalkulation dieses Wertes wird angenommen, dass kein Neugeschäft generiert und der aktuelle Bestand planmäßig abgewickelt wird. Es wird zum Beispiel davon ausgegangen, dass die Zahl der Mitarbeiter mit der Größe des Bestandsportfolios sinkt, keine Restrukturierungskosten anfallen und die Risikokosten beziehungsweise die Leistungsfähigkeit des Unternehmens auch in der Abwicklung identisch bleiben. Fakt ist, dass für die Ermittlung eines realistischen Unternehmenswertes weitere Größen in die Bewertung einfließen sollten. Die bloße Betrachtung des Substanzwertes ist für das Zustandekommen einer MA-Transaktion eher hinderlich.

Eine Alternative kann die Abwicklung des Unternehmens sein. Dies ist aber langwierig und erfüllt auch oft nicht die ökonomischen Erwartungen. Entsprechend ist es sinnvoll, dass Käufer und Verkäufer von Leasingunternehmen in fairen Verhandlungen zu einem akzeptablen Kaufpreis kommen - und so die Konsolidierung vorantreiben.

Jesko Frommeyer
Leiter Business Development bei GE Capital Germany

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