Investitionen stemmen
Leasing oder Finanzierung?

In 2013 wurden Investitionen über 48 Milliarden Euro per Leasing finanziert. Über zwei Drittel davon entfielen auf „alles, was Reifen hat“. Das Finanzierungsinstrument ist äußerst beliebt – und schont die Bilanz.
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DüsseldorfWenn der deutsche Mittelstand im laufenden Jahr kräftig investieren wird, hofft eine Branche davon besonders zu profitieren: die Leasinganbieter. Schließlich wird über die Hälfte aller außenfinanzierten Investitionen, genau 52 Prozent, über Leasing finanziert. „In dem Umfang, wie die gesamtwirtschaftlichen Investitionen steigen werden, werden auch die Leasingunternehmen daran partizipieren“, ist Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), überzeugt. „Es wird also ein relativ gutes Jahr für die Branche, wenn keine negativen Einflüsse dazwischenkommen.“

2013 haben die Unternehmen Investitionen über 48 Milliarden Euro per Leasing finanziert. Über zwei Drittel davon entfielen auf „alles, was Reifen hat“, wie es Fittler formuliert – also Pkws, Lkws und Spezialfahrzeuge. Ein Grund für die Beliebtheit des Finanzierungsinstruments ist, dass der Leasingnehmer seine Bilanz ebenso schont wie seine Eigenmittel.

Leasing ist vom Charakter her zwar eine Fremdfinanzierung. Den Investitionsgegenstand mietet das Unternehmen aber quasi nur von der Leasinggesellschaft. Folge: Von Ausnahmefällen abgesehen stellen die Leasingraten einen Aufwand dar, der Gegenstand selbst wird von der Leasinggesellschaft aktiviert. Anders als bei einer Finanzierung über ein Bankdarlehen bläht eine leasingfinanzierte Investition nicht die Bilanz mit Fremdkapital auf - ein Vorteil in Hinblick auf ein Rating durch die Hausbank.

Dazu kommen in vielen Fällen positive Effekte auf Liquidität und Cashflow. „Unternehmen, die zum Beispiel in eine Solaranlage oder ein Blockkraftheizwerk investieren, um unabhängiger in ihrer Energieversorgung zu werden, können zumindest Teile der Leasingraten aus den gesparten Stromkosten finanzieren“, rechnet Fittler vor.

„Attraktiv ist Leasing als Finanzierungsalternative aber auch deshalb, weil der Vertrag und die Konditionen individuell an die betrieblichen Gegebenheiten angepasst werden können“, sagt Kai Ostermann, Chef der Deutschen Leasing. So kann die Laufzeit des Vertrages genau mit der Nutzungsdauer abgestimmt werden. „Viele Unternehmen wollen zudem vor einer Investition beraten werden und den nachfolgenden Service wenn möglich in einem Paket kaufen - etwa im Fuhrparkmanagement oder bei der IT-Ausstattung“, weiß Ostermann.

Der Service hat freilich seinen Preis: Nach Angaben der IHK Heilbronn liegen die Kosten einer Leasingfinanzierung im Einzelfall bis zu 40 Prozent über der Summe, die beim direkten Kauf des Leasinggegenstandes angefallen wären. Dabei sind allerdings noch Kosten eines alternativen Bankkredits und die Servicekosten zu berücksichtigen.

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