König der Investoren
Ohne Leasing läuft nichts mehr

Was Mitte des vergangenen Jahrhunderts noch niemand ahnte: Das damals noch taufrische Leasinggeschäft ist heute aus dem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. Tatsächlich ist die Branche Deutschlands größter Investor.
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AachenAlbrecht Dietz und das Leasing gehören zusammen wie Thomas Edison und die Glühbirne. Dietz gilt in Deutschland als Pionier der Leasingbranche. Als er 1962 in Düsseldorf die Maschinen Miete GmbH gründete, konnte noch keiner ahnen, wie erfolgreich die neue Finanzierungsform später einmal werden würde.

Dass Güter wie Autos, Immobilien oder Maschinen dabei zeitlich begrenzt zur Nutzung überlassen werden, gehört heutzutage fest zum Wirtschaftsleben dazu. So ist die Leasingbranche Deutschlands größter Investor. 2012 wurden 1,6 Millionen Leasing-Verträge neu abgeschlossen, das jährliche Investitionsvolumen lag bei über 49 Milliarden Euro. Zu den Leasing-Kunden zählen insbesondere mittelständische Unternehmen.

Leasing ist für viele Unternehmen attraktiv, da sie so die Investitionsgüter nicht mehr selbst anschaffen müssen. Weil der Leasinggegenstand zum Anschaffungszeitpunkt nicht bezahlt werden muss, können die monatlichen Raten dann aus den Erlösen finanziert werden, die mit dem wirtschaftlichen Einsatz des Objektes erzielt werden.

Dazu kommt eine Reihe weiterer Vorteile. Einer davon ist, dass die Leasingrate - mithin die finanzielle monatliche Belastung - und die Laufzeit, über die hinweg der Leasinggegenstand dem Leasingnehmer überlassen wird, von Anfang an feststehen.

Damit haben Unternehmen Planungssicherheit und können die Raten in ihrem Etat fest einkalkulieren - zudem bleiben die geleasten Güter wegen der überschaubaren Laufzeiten auf dem neuesten Stand der Technik.

Läuft der Vertrag aus, wird der Gegenstand zurückgegeben und bei Bedarf gegen einen modernen neuen getauscht, was vor allem in Bereichen mit hohem technologischem Wandel und Entwicklungstempo von Vorteil ist - etwa im IT-Bereich. Weiterhin können Unternehmen die Leasingausgaben steuerlich als Betriebsausgaben absetzen.

Allerdings hat Leasing auch Nachteile: Die entstehenden Leasingkosten können je nach Vertragsdauer nach Angaben der IHK Heilbronn zwischen 20 und 40 Prozent über der Summe liegen, die beim Kauf des Leasinggegenstandes angefallen wären.

Allerdings sind dann auch die Finanzierungskosten zu berücksichtigen, die unter Umständen für einen Kredit anfallen. Dennoch sind die Kosten beim Leasing tendenziell höher als bei der Kreditfinanzierung.

Kommentare zu " König der Investoren: Ohne Leasing läuft nichts mehr"

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  • Hauptsache konsumieren. Leasing und Kreditkarte haben Kauf und Besitz schon längst abgelöst. Alles nur auf Pump, für das wirtschaftliche Handeln ist nur noch die Ratenhöhe ausschlaggebend. Ob man sich dies überhaupt leisten, wird nicht hiterfragt.Ersparnisse NULL. Das endet garantiert böse.

  • na da hat sich ne schöne blase aufgebaut ,vornehmlich im automobilbau. die firmenbanken sind grö´ßte auftraggeber,bestimmen also auch die IFRS fantasie bei der bilanzerstellung.

    wenn die darlehen-abs- nicht weiterverkauft werden könnnen,muß dann wieder der steuerzahler ran.

    was beim nächsten konjunkturabsturz jedoch nicht mehr klappen wird,da flasche leer und flaschen im management

  • Und?

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