Langfristige Engagements

Die Heuschrecken werden sesshaft

Statt schneller Rendite: Viele Finanzinvestoren verstehen sich als strategische Partner und halten Beteiligungen an Unternehmen deswegen jetzt länger.
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Vorbei die Zeiten, in denen Finanzinvestoren kurzfristige Investments eingingen und die schnelle Rendite suchten. Quelle: gms

Vorbei die Zeiten, in denen Finanzinvestoren kurzfristige Investments eingingen und die schnelle Rendite suchten.

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DüsseldorfMehr als 14 Jahre hielt die Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner Anteile an der Oechsler AG, einem Spezialisten für Kunststofftechnik. Mit dem zusätzlichen Eigenkapital des Private-Equity-Investors ist dem Ansbacher Unternehmen die internationale Expansion gelungen. So wurde in dieser Zeit eine Tochtergesellschaft in China aufgebaut, um in diesem wichtigen ausländischen Wachstumsmarkt präsent zu sein. Mitte März hat VR Equitypartner seine Anteile veräußert.

Ein langfristiges Engagement wie bei Oechsler ist kein Einzelfall. Vorbei die Zeiten, in denen Finanzinvestoren kurzfristige Investments eingingen und die schnelle Rendite suchten: „Mittelständler sehen Private-Equity-Investoren als Partner, deren Engagement häufig auch länger ausfällt. Das negative Heuschrecken-Image ist längst Vergangenheit“, sagt Gabriele Fontane von der auf Private Equity spezialisierten Anwaltskanzlei Otto, Mittag und Fontane in Frankfurt. „Private-Equity-Investoren bringen auch ihr Fachwissen ein, zum Beispiel über Beiräte, und tragen damit zur positiven Entwicklung einer Beteiligung bei“, fügt Fontane hinzu.

Diese Regeln für den Dienstwagen sollten Sie kennen
1. Einheitliche Regelung
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In puncto Dienstwagen, so heißt es in einer Übersicht, die das creditreform-magazin.de erstellt hat, sollte es einen transparenten Verteilungsmodus geben. Das gilt vor allem dann, wenn es einen Betriebsrat gibt, der bei den Entlohnungsgrundsätzen ein Mitbestimmungsrecht hat. Dieser darf etwa dann mitreden, wenn Firmen-Pkws auch privat genutzt werden. In der Praxis ist es üblich, dass die Firma im Rahmen ihrer Carpolicy eine Bandbreite vergleichbarer Pkw-Kategorien für bestimmte Mitarbeitergruppen vorsieht, die dann im Detail zwischen verschiedenen Modulen wählen dürfen. Sogar die Vorgabe bestimmter Automarken ist möglich – beides sollte im Arbeitsvertrag fixiert werden.

(Tipp: hier gelangen Sie zum Handelsblatt Dienstwagen-Rechner)

2. Extras abrechnen
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Und wenn der Mitarbeiter Sonderwünsche bei der Ausstattung hat und damit die finanziellen Vorgaben sprengt? Dann muss er für diese Extras aus eigener Tasche aufkommen. Damit kein Neid aufkommt, sollte das auch allen Beteiligten im Unternehmen klar sein – schließlich gilt ein Dienstwagen immer auch als Wertschätzung durch den Chef, sichtbar für alle Kollegen, Geschäftspartner und Kunden.

3. Pflichten fixieren
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Auch wenn es noch so selbstverständlich sein sollte: Halten Sie in der Carpolicy Ihres Unternehmens schriftlich fest, dass der Dienstwagen pfleglich behandelt wird, stets in einem betriebsbereiten und verkehrssicheren Zustand ist und sämtliche Tüv- beziehungsweise Wartungstermine eingehalten werden. Was Sie außerdem unmissverständlich klarmachen sollten ist, dass der Dienst-Pkw nur in fahrtüchtigem Zustand, also beispielsweise nicht unter Alkoholeinfluss gefahren wird. Wichtig ist auch, dass der Mitarbeiter eine gültige Fahrerlaubnis hat – verliert der Kollege den Führerschein, muss er das also sofort melden.

4. Kostenübernahme klären
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Nimmt der Mitarbeiter seine Pflichten aus der Carpolicy ohne Beanstandung wahr, übernimmt der Arbeitgeber meistens die Aufwendungen für Wartung, Inspektion und Prüfungen. Das gliche gilt für Reparaturen, wenn sie in Absprache mit der Firma vorgenommen werden. Auch die Ausgaben für Benzin und Öl werden meistens vom Arbeitgeber übernommen. Natürlich vorausgesetzt, dass die in einem vorher definierten Kostenrahmen bleiben.

5. Privatnutzung erlauben
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Wenn Sie Mitarbeitern erlauben, den Dienstwagen auch privat zu fahren, sollte festgeschrieben werden, dass die darauf entfallenden Steuern auch vom Mitarbeiter zu tragen sind. Ratsam ist auch, die gewerbliche Nutzung des Wagens ausdrücklich zu verbieten und den Kreis der privaten Fahrer auf den Mitarbeiter, dessen Familienangehörige bzw. andere Personen in Begleitung des Arbeitnehmers zu beschränken. Das ist vor allem auch versicherungstechnisch relevant, heißt es beim creditreform-magazin.de Und: Damit Ihre Firma nicht auch übermäßig lange Urlaubsfahrten mit dem Dienstwagen unterstützt, übernimmt der Betrieb häufig nur die Kraftstoffkosten, die im Inland anfallen, oder Sie beschränken den Gesamtumfang der zulässigen Privatkilometer.

6. Steuermodell wählen
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Ganz klar: Wenn Mitarbeiter den Dienstwagen auch privat nutzen, dann muss das auch als geldwerter Vorteil versteuert werden; genauso muss die Sozialversicherung abgeführt werden. Am einfachsten umzusetzen ist dabei die Ein-Prozent-Methode: Dabei zahlt der Mitarbeiter im Rahmen seiner Gehaltsabrechnung jeweils ein Prozent des Bruttolistenpreises für das Fahrzeug; einschließlich fest eingebauter Extras wie Klimaanlage, Navi oder Freisprechanlage. Außerdem müssen noch die Fahrten zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte mit 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer versteuert werden. Das ist umso vorteilhafter für den Mitarbeiter, je neuwertiger der Pkw ist und je häufiger er das Firmenauto auch außerhalb seiner Arbeitszeit privat fährt.

7. Alternative überdenken
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Statt Ein-Prozent-Methode kann der Mitarbeiter auch ein Fahrtenbuch führen, in dem zeitnah alle Touren dokumentiert werden – mit Datum, Start- und Zielort, Entfernung, Kilometerstand und Zweck der Fahrt. Lediglich der private Fahrtenanteil muss dann versteuert werden. Das ist natürlich ein enormer Aufwand, der gleichzeitig ein großes Problem darstellt, weil die Fahrtenbücher oft nicht ordnungsgemäß geführt werden.

Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ist die Haltedauer der Portfolio-Unternehmen bei Private-Equity-Häusern zwischen 2004 und 2014 von 3,9 Jahren auf 5,8 Jahre gestiegen. Dabei hängt die Dauer des Engagements stark von der Branche ab: Am längsten ist sie bei Infrastruktur-Unternehmen und am kürzesten in den Branchen Umwelttechnologie und Immobilienwirtschaft. „Immer mehr Private-Equity-Gesellschaften beteiligen sich länger an Unternehmen, um durch operative und strategische Beratung den Wert zu erhöhen und damit höhere Verkaufserlöse zu erzielen“, sagt Steve Roberts, Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC.

Geld eintreiben in sieben Schritten
Lassen Sie sich nicht narren!
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Offene Forderungen sind nicht nur ärgerlich, sondern gefährden auch die Existenz unzähliger Firmen. Das Creditreform-Magazin.de hat sieben Schritten formuliert, wie Mahnschreiben, Mahnbescheid, Klage und Inkassodienstleister tatsächlich helfen.

Schritt 1: Rechnung schreiben
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Nach Abschluss eines Auftrags - bei Handwerkern nach Abnahme der Leistung - sollten Sie zügig eine prüffähige Rechnung schreiben mit einem konkretem Zahlungstermin. Außer den vertraglich vereinbarten Punkten sollten Sie auch alle Pflichtangaben notieren, die das Umsatzsteuergesetzt verlangt; formale Fehler sind oft Anlass dazu, nicht zu zahlen. Beim Zahlungsziel gilt: Seit Inkrafttreten der EU-Zahlungsverkehrsrichtlinie (2014), dürfen Unternehmen ihren Geschäftspartnern nur noch ein Ziel von maximal 60 Tagen gewähren. Alles andere muss ausdrücklich vereinbart werden. Bei öffentlichen Auftraggebern gilt eine Frist von 30 Tagen.

Schritt 2: Mängel beseitigen
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Ein häufiger Einwand von Kunden, die ihre Rechnung nicht begleichen, sind Mängel. Sollten die berechtigt sein, müssen Sie sie zunächst umgehend beseitigen.

Schritt 3: Zahlung kontrollieren
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Es ist zum Verzweifeln, wenn Sie keinen Überblick über Ihre Außenstände haben. Überwachen Sie daher regelmäßig mit einer Excel-Liste, einem Buchführungs- oder einem anderen PC-Programm, welche Rechnungen noch nicht bezahlt sind.

Schritt 4: Kunden anrufen
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Wenn Ihr Kunde seine Rechnung nicht begleicht, sonst aber eigentlich immer pünktlich gezahlt hat, sollten Sie kurz anrufen, und ihn an die Zahlung erinnern. Bei einem guten Kunden lässt sich bei einem vorübergehenden Liquiditätsengpass ja auch eine Ratenzahlung vereinbaren – aber immer schriftlich mit Schuldanerkenntnis für die Gesamtforderung.

Schritt 5: Richtig mahnen
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Verschicken Sie höchstens drei, nicht nummerierte Mahnschreiben und stellen Sie direkt im ersten Brief fest, dass sich der Kunde im Verzug ist. Berechnen Sie 30 Tage nach Erhalt der Ware oder Abnahme der Leistung Verzugszinsen – bei Privatkunden sollten Sie darauf aber nochmal gesondert hinweisen. Aktuell liegt der Verzugszins bei Privatkunden bei fünf, bei Geschäftskunden bei neun Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Außerdem wird nach der neuen EU-Zahlungsverzugsrichtlinie eine Pauschale von 40 Euro fällig.

Schritt 6: Mahnantrag stellen und klagen
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Einen Anwalt beauftragen oder einen Mahnbescheid beantragen können Sie selbst über Portale wie beispielsweise online-mahnantrag.de. Wenn der Schuldner nicht widerspricht, erlässt das Gericht den Vollstreckungsbescheid – andernfalls geht das Verfahren in eine Klage über. Wenn deutlich wird, dass der Schuldner partout nicht bezahlen will, klagen Sie am besten direkt.

Mittelständische Unternehmen suchen dabei nicht nur Partner, um das Wachstum zu finanzieren: „Beteiligungen haben in den vergangenen Jahren vor allem bei der Unternehmensnachfolge an Bedeutung gewonnen“, sagt Martin Völker, Geschäftsführer von VR Equitypartner, einer Tochter von DZ Bank und WGZ Bank. Denn viele Mittelständler stehen vor dem Problem, dass sie in der eigenen Familie keinen Nachfolger finden.

Der Einstieg eines Private-Equity-Investors kann eine Lösung sein. Dabei braucht sich der Firmengründer nicht vollständig zurückzuziehen, sondern kann auch in Zukunft weiter Anteile halten: „Eine Rückbeteiligung bietet den Vorteil, dass der Unternehmer im Geschäft bleibt und damit sein Know-how weiter einbringen kann. Auch der Übergang lässt sich gegenüber Kunden und Mitarbeitern besser gestalten“, betont Völker.

Ihre Mehrheit an dem Frässpezialisten WST Präzisionstechnik mit Sitz in Löffingen haben die Firmengründer Sabine und Georg Willmann zum Beispiel verkauft. Dennoch haben die beiden als alleinige Geschäftsführer weiterhin das Sagen und halten zudem noch einen Anteil von 15 Prozent an der Firma. Die Mehrheit hält die Beteiligungsgesellschaft Finatem, die das Unternehmen, das auf Präzisionsdrehteile für die Automobilindustrie spezialisiert ist, 230 Mitarbeiter beschäftigt und einen Jahresumsatz von 40 Millionen Euro macht, übernommen hat.

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