Leasing

Mieten statt kaufen

Unternehmen, die häufig bis immer Leasing zur Realisierung ihrer Investitionsvorhaben einsetzen, sind erfolgreich. Die Strategie hat sich bei der Firmenfinanzierung etabliert. Wo liegt der Haken?
  • Jürgen P. Hoffmann
Leasing ist besonders wichtig bei „Produkten mit kurzen Innovationszyklen, wie etwa IT-Hardware und Software“. Quelle: AFP
GE-Leasinggesellschaft

Leasing ist besonders wichtig bei „Produkten mit kurzen Innovationszyklen, wie etwa IT-Hardware und Software“.

(Foto: AFP)

HamburgDie leistungsstarken, zentralen Netzwerkrechner sind das Zentrum seines virtuellen Marktplatzes: Über die Server läuft das gesamte Geschäft des Internet-Kaufhauses Hitmeister – einschließlich aller Produkt- und Kundendaten. Trotzdem will Gerald Schönbucher, Geschäftsführer von Hitmeister, möglichst wenig mit diesen Computern zu tun haben, er hat die 20 Server geleast – und die Wartung gleich mit.

„Das spart uns Zeit und Geld“, stellt er klar. Die Rechner, die nicht dem Kölner Unternehmen, sondern der Agathon Group gehören, stehen in einem Rechenzentrum des Leasinggebers in Hamburg. In der Bilanz der Hitmeister GmbH stehen die Rechner nicht, die Leasingraten kann Schönbucher als Betriebsausgaben aber steuerlich absetzen.

Im Mittelstand ist Leasing seit Jahren ein beliebtes Finanzierungsinstrument – insbesondere, weil der Unternehmer mit gleichmäßigen Kosten kalkulieren kann: Baufirmen leasen Kräne, Bauern leasen Mähdrescher, in vielen Fertigungshallen stehen Maschinen und auf vielen Unternehmensparkplätzen stehen Fahrzeuge, die einer Bank gehören.

Allein 2014 wurden laut Branchen-Verband gut 50 Milliarden Euro in Leasinggüter investiert, im ersten Halbjahr 2015 waren es noch einmal sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. An erster Stelle unter den geleasten Ausrüstungsgütern liegen Fahrzeuge (72 Prozent), gefolgt von Produktionsmaschinen (11 Prozent) und Büromaschinen/IT (sechs Prozent).

Bei Hitmeister machen die Leasingraten für die Server etwa zwei Prozent der gesamten Kosten aus. „Das ist nicht viel“, findet Schönbucher. „Außerdem garantiert uns der Leasinggeber, dass unsere Server-Landschaft immer auf dem aktuellen technischen Stand ist.“ Joachim Secker, Chef der Leasinggesellschaft GE Capital Deutschland: „Das ist besonders wichtig bei Produkten mit kurzen Innovationszyklen, wie etwa IT-Hardware und Software.“ Hitmeister muss sich auch nicht um die Versicherung kümmern und kein Gehalt an Wartungsspezialisten zahlen.

Diese Regeln für den Dienstwagen sollten Sie kennen
1. Einheitliche Regelung
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In puncto Dienstwagen, so heißt es in einer Übersicht, die das creditreform-magazin.de erstellt hat, sollte es einen transparenten Verteilungsmodus geben. Das gilt vor allem dann, wenn es einen Betriebsrat gibt, der bei den Entlohnungsgrundsätzen ein Mitbestimmungsrecht hat. Dieser darf etwa dann mitreden, wenn Firmen-Pkws auch privat genutzt werden. In der Praxis ist es üblich, dass die Firma im Rahmen ihrer Carpolicy eine Bandbreite vergleichbarer Pkw-Kategorien für bestimmte Mitarbeitergruppen vorsieht, die dann im Detail zwischen verschiedenen Modulen wählen dürfen. Sogar die Vorgabe bestimmter Automarken ist möglich – beides sollte im Arbeitsvertrag fixiert werden.

(Tipp: hier gelangen Sie zum Handelsblatt Dienstwagen-Rechner)

2. Extras abrechnen
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Und wenn der Mitarbeiter Sonderwünsche bei der Ausstattung hat und damit die finanziellen Vorgaben sprengt? Dann muss er für diese Extras aus eigener Tasche aufkommen. Damit kein Neid aufkommt, sollte das auch allen Beteiligten im Unternehmen klar sein – schließlich gilt ein Dienstwagen immer auch als Wertschätzung durch den Chef, sichtbar für alle Kollegen, Geschäftspartner und Kunden.

3. Pflichten fixieren
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Auch wenn es noch so selbstverständlich sein sollte: Halten Sie in der Carpolicy Ihres Unternehmens schriftlich fest, dass der Dienstwagen pfleglich behandelt wird, stets in einem betriebsbereiten und verkehrssicheren Zustand ist und sämtliche Tüv- beziehungsweise Wartungstermine eingehalten werden. Was Sie außerdem unmissverständlich klarmachen sollten ist, dass der Dienst-Pkw nur in fahrtüchtigem Zustand, also beispielsweise nicht unter Alkoholeinfluss gefahren wird. Wichtig ist auch, dass der Mitarbeiter eine gültige Fahrerlaubnis hat – verliert der Kollege den Führerschein, muss er das also sofort melden.

4. Kostenübernahme klären
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Nimmt der Mitarbeiter seine Pflichten aus der Carpolicy ohne Beanstandung wahr, übernimmt der Arbeitgeber meistens die Aufwendungen für Wartung, Inspektion und Prüfungen. Das gliche gilt für Reparaturen, wenn sie in Absprache mit der Firma vorgenommen werden. Auch die Ausgaben für Benzin und Öl werden meistens vom Arbeitgeber übernommen. Natürlich vorausgesetzt, dass die in einem vorher definierten Kostenrahmen bleiben.

5. Privatnutzung erlauben
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Wenn Sie Mitarbeitern erlauben, den Dienstwagen auch privat zu fahren, sollte festgeschrieben werden, dass die darauf entfallenden Steuern auch vom Mitarbeiter zu tragen sind. Ratsam ist auch, die gewerbliche Nutzung des Wagens ausdrücklich zu verbieten und den Kreis der privaten Fahrer auf den Mitarbeiter, dessen Familienangehörige bzw. andere Personen in Begleitung des Arbeitnehmers zu beschränken. Das ist vor allem auch versicherungstechnisch relevant, heißt es beim creditreform-magazin.de Und: Damit Ihre Firma nicht auch übermäßig lange Urlaubsfahrten mit dem Dienstwagen unterstützt, übernimmt der Betrieb häufig nur die Kraftstoffkosten, die im Inland anfallen, oder Sie beschränken den Gesamtumfang der zulässigen Privatkilometer.

6. Steuermodell wählen
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Ganz klar: Wenn Mitarbeiter den Dienstwagen auch privat nutzen, dann muss das auch als geldwerter Vorteil versteuert werden; genauso muss die Sozialversicherung abgeführt werden. Am einfachsten umzusetzen ist dabei die Ein-Prozent-Methode: Dabei zahlt der Mitarbeiter im Rahmen seiner Gehaltsabrechnung jeweils ein Prozent des Bruttolistenpreises für das Fahrzeug; einschließlich fest eingebauter Extras wie Klimaanlage, Navi oder Freisprechanlage. Außerdem müssen noch die Fahrten zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte mit 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer versteuert werden. Das ist umso vorteilhafter für den Mitarbeiter, je neuwertiger der Pkw ist und je häufiger er das Firmenauto auch außerhalb seiner Arbeitszeit privat fährt.

7. Alternative überdenken
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Statt Ein-Prozent-Methode kann der Mitarbeiter auch ein Fahrtenbuch führen, in dem zeitnah alle Touren dokumentiert werden – mit Datum, Start- und Zielort, Entfernung, Kilometerstand und Zweck der Fahrt. Lediglich der private Fahrtenanteil muss dann versteuert werden. Das ist natürlich ein enormer Aufwand, der gleichzeitig ein großes Problem darstellt, weil die Fahrtenbücher oft nicht ordnungsgemäß geführt werden.

Kai Renchen, Geschäftsführer der Online-Parfümerie Parfumdreams.de, hat neben seiner IT-Infrastruktur auch die Ladeneinrichtung seines Geschäfts in Pforzheim über die Deutsche Leasing für Sparkassen und Mittelstand finanziert. Das Volumen des Rahmenvertrages ist sechsstellig. „Das Finanzierungsleasing schont unsere flüssigen Mittel“, erläutert er einen Vorteil für sein Unternehmen. Das Eigenkapital sei nicht gebunden, er könne flexibel investieren – zum Beispiel ins Marketing: „Hier ist unser Liquiditätsbedarf besonders hoch.“

Mittelständler, die Leasing nutzen, sollten auch die Nachteile im Blick haben: Leasing-Objekte lassen sich nicht als Sicherheit bei einer Finanzierung verwenden. Und ein Leasingvertrag kann bei Zahlungsverzug gekündigt werden.

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