Leasing
Mieten statt kaufen

Unternehmen, die häufig bis immer Leasing zur Realisierung ihrer Investitionsvorhaben einsetzen, sind erfolgreich. Die Strategie hat sich bei der Firmenfinanzierung etabliert. Wo liegt der Haken?

HamburgDie leistungsstarken, zentralen Netzwerkrechner sind das Zentrum seines virtuellen Marktplatzes: Über die Server läuft das gesamte Geschäft des Internet-Kaufhauses Hitmeister – einschließlich aller Produkt- und Kundendaten. Trotzdem will Gerald Schönbucher, Geschäftsführer von Hitmeister, möglichst wenig mit diesen Computern zu tun haben, er hat die 20 Server geleast – und die Wartung gleich mit.

„Das spart uns Zeit und Geld“, stellt er klar. Die Rechner, die nicht dem Kölner Unternehmen, sondern der Agathon Group gehören, stehen in einem Rechenzentrum des Leasinggebers in Hamburg. In der Bilanz der Hitmeister GmbH stehen die Rechner nicht, die Leasingraten kann Schönbucher als Betriebsausgaben aber steuerlich absetzen.

Im Mittelstand ist Leasing seit Jahren ein beliebtes Finanzierungsinstrument – insbesondere, weil der Unternehmer mit gleichmäßigen Kosten kalkulieren kann: Baufirmen leasen Kräne, Bauern leasen Mähdrescher, in vielen Fertigungshallen stehen Maschinen und auf vielen Unternehmensparkplätzen stehen Fahrzeuge, die einer Bank gehören.

Allein 2014 wurden laut Branchen-Verband gut 50 Milliarden Euro in Leasinggüter investiert, im ersten Halbjahr 2015 waren es noch einmal sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. An erster Stelle unter den geleasten Ausrüstungsgütern liegen Fahrzeuge (72 Prozent), gefolgt von Produktionsmaschinen (11 Prozent) und Büromaschinen/IT (sechs Prozent).

Bei Hitmeister machen die Leasingraten für die Server etwa zwei Prozent der gesamten Kosten aus. „Das ist nicht viel“, findet Schönbucher. „Außerdem garantiert uns der Leasinggeber, dass unsere Server-Landschaft immer auf dem aktuellen technischen Stand ist.“ Joachim Secker, Chef der Leasinggesellschaft GE Capital Deutschland: „Das ist besonders wichtig bei Produkten mit kurzen Innovationszyklen, wie etwa IT-Hardware und Software.“ Hitmeister muss sich auch nicht um die Versicherung kümmern und kein Gehalt an Wartungsspezialisten zahlen.

Kai Renchen, Geschäftsführer der Online-Parfümerie Parfumdreams.de, hat neben seiner IT-Infrastruktur auch die Ladeneinrichtung seines Geschäfts in Pforzheim über die Deutsche Leasing für Sparkassen und Mittelstand finanziert. Das Volumen des Rahmenvertrages ist sechsstellig. „Das Finanzierungsleasing schont unsere flüssigen Mittel“, erläutert er einen Vorteil für sein Unternehmen. Das Eigenkapital sei nicht gebunden, er könne flexibel investieren – zum Beispiel ins Marketing: „Hier ist unser Liquiditätsbedarf besonders hoch.“

Mittelständler, die Leasing nutzen, sollten auch die Nachteile im Blick haben: Leasing-Objekte lassen sich nicht als Sicherheit bei einer Finanzierung verwenden. Und ein Leasingvertrag kann bei Zahlungsverzug gekündigt werden.

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