Leasingfirmen in Schwellenländern
So gefährlich kann der Sprung ins Ausland sein

Schwellenländer sind attraktiv und bieten Wachstumschancen. Auch Leasingfirmen haben das erkannt und engagieren sich im Ausland. Doch das birgt auch Risiken – was vor allem das Beispiel Osteuropa zeigt.
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FrankfurtVor einigen Wochen drehte es sich wieder gewaltig: das Transferkarussell der Profifußballer. Spieler wechseln im letzten Moment den Verein, andere werden quer durch Europa ausgeliehen - „Spieler-Leasing“ nennt das manch ein Spötter.

Das Verleihen von Spielern ähnelt in der Tat dem klassischen Leasing: Der Klub, der den Spieler eingekauft hat, vermietet ihn quasi an einen anderen Verein - der sich die Ablösesumme nicht leisten kann oder will. Stattdessen zahlt er Gehalt und eine Leihprämie, solange der Spieler in seinen Diensten steht.

Ebenso wie beim Fußball ist auch das professionelle Leasinggeschäft längst international: Die Commerzbank zum Beispiel begleitet ihre Mittelstandskunden ins Ausland - auch wenn es um Leasing geht. Die Deutsche Leasing, Marktführer in Deutschland, ist an 22 Standorten weltweit über Töchter aktiv - und damit weitaus globaler aufgestellt als etwa die Landesbanken, die auch zum öffentlich-rechtlichen Sektor zählen. Ähnliches gilt für die großen Konkurrenten in Deutschland wie BNP Paribas Leasing Solutions, die zur französischen Großbank BNP Paribas gehört, die Gefa von Société Générale und auch De Lage Landen, eine Tochter der niederländischen Rabobank.

Auch weil die Investitionen in Deutschland lahmen , ist der Weg ins Ausland für viele Leasingfirmen attraktiv. „Die Internationalisierung der Branche nimmt zu. Das liegt auch daran, dass in Deutschland relativ wenig investiert wird, im Ausland dagegen mehr“, sagt Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen. Beim Auslandsleasing geht es entweder darum, dass heimische Unternehmen im Ausland etwa Fabriken bauen und dies über Leasing finanzieren. Oder es geht darum, dass die Kunden der deutschen Firmen Objekte leasen.

Viele Leasingfirmen, auch Spezialanbieter und Anbieter, die zu Unternehmen gehören, hätten Töchter oder Schwestern im Ausland, sagt Fittler. „Leasinggesellschaften mit einer Auslandstochter können auch sehr viel einfacher deutsche Mittelständler bei Investitionen vor Ort begleiten.“ Etwa 50 BDL-Mitglieder sind so unterwegs.

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