Management Buy-In
Die größten Herausforderungen beim Firmenkauf

„Lebensaufgabe“ Nachfolge: Firmenbeteiligungen können kostspielig werden. Häufig fehlt es potenziellen Nachfolgern am notwendigen Kapital. Viele Investmenthäuser machen damit ihr Geschäft – und ermöglichen erst den Deal.

HamburgOliver Moosmayer hatte mit Motorrädern eigentlich nie etwas im Sinn: „Als ich 15 war, habe ich mal mein Mofa frisiert, das war’s“, erinnert er sich. Das änderte sich Ende 2013, als der promovierte Jurist eine Unternehmensnachfolge über den Einstieg beim Hamburger Motorradfachhändler Paaschburg Wunderlich anstrebte.

Das vor 33 Jahren gegründete Traditionshaus stand zum Verkauf. Aus dem Handel mit gebrauchten „Feuerstühlen“ und Einzelteilen hatte Firmenchef Uwe Paaschburg 2010 ein Großhandelsunternehmen gemacht.

Der kinderlose Eigentümer wollte rechtzeitig die Unternehmensnachfolge einläuten. Sein mittelständischer Betrieb war kerngesund: rund 5.000 Kunden europaweit, Werkstätten, Einzelhandelsketten und Onlinehändler, 20.000 Artikel, die zwei Eigenmarken „Highsider“ und „ShinYo“, 40 Mitarbeiter, 15 Millionen Euro Jahresumsatz. Eine Perle. „Doch das Preisschild, das an dem Unternehmen hing, war für mich zu groß“, musste Moosmayer, der zuletzt fünf Jahre im Vorstand des Fondshauses HCI gesessen hatte, konstatieren.

Er kontaktierte mehrere Beteiligungsfirmen, musste aber feststellen, dass diese höhere Rendite- und kurzfristigere Vorstellungen über den Ausstieg hatten: „Die Übernahme einer Firma stellt für den Manager eine Lebensaufgabe dar, für viele Investitionsgesellschaften ist es aber nur ein Deal.“

Lediglich die Haspa BGM Beteiligungsgesellschaft für den Mittelstand war bereit, sich wie Moosmayer langfristig zu engagieren. „Nach nur drei Gesprächen waren wir uns einig, gemeinsam die Übernahme zu realisieren“, berichtet der 47-Jährige. Die Verhandlungen mit Firmengründer Uwe Paaschburg waren erfolgreich. Moosmayer und die Beteiligungsfirma übernahmen je zur Hälfte 75 Prozent der gesellschaftsrechtlichen Anteile des Motorradzubehör-Betriebes, 25 Prozent blieben bei der Familie Paaschburg.

Da das Eigenkapital des Nachfolgemanagers für den Erwerb allein nicht ausreichte, stellte die Haspa BGM zusätzlich langfristige Gesellschafterdarlehen zur Verfügung, die bilanziell wie nachrangiges Eigenkapital behandelt werden. „Das gibt mir unternehmerische Sicherheit“, so Moosmayer. Zudem lasse ihm sein Finanzierungspartner im operativen Geschäft weitgehend freie Hand: „So bin ich das, was ich werden wollte: Chef im eigenen Haus.“

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Vertragliche „Notbremsen“ und Kandidaten „von außen“

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