Meine Firma, mein Geld
So gründen Sie Ihre eigene Bank

Das eigene Geldhaus zum Unternehmen – das ist kein abwegiger Gedanke, zeigt eine Umfrage. Die Absatzfinanzierung gilt als wesentliche Motivation. Viele Berater empfehlen Händlern sogar, eine eigene Bank zu gründen.

FrankfurtMehr als ein Jahr ist es her, da überraschte der Maschinenbauer Trumpf Konkurrenten und die Finanzwelt. „Wir sind Bank. Und wir schreiben ein Stück schwäbische Wirtschaftsgeschichte“, sagte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller damals. Der Laserspezialist gründete als erster deutscher Maschinenbauer eine Vollbank: Trumpf Financial Services.

Der Maschinenbauer will so die Absatzfinanzierung stärken - besonders im Ausland. Der Gedanke: Ein Unternehmen kennt seine Kunden und kann deren Zukunft besonders gut einschätzen. Das Wissen kommt der eigenen Bank zugute.

Trumpf zufolge haben andere Industriefirmen angefragt, was man tun müsse, um eine Bank zu gründen. Nun stehen mehrere Unternehmen kurz vor diesem Schritt: So wollen zwei „ganz sicher“ und drei „wahrscheinlich“ binnen drei Jahren eine Bank gründen. Das ergibt eine Umfrage des Beraters PwC unter 90 Firmen mit einem Gesamtumsatz von 180 Milliarden Euro.

Rund 20 Prozent meinen, dass unternehmenseigene Banken künftig an Bedeutung gewinnen. Als Motivation wird genannt, dass die Firmen ihre Finanzierungsaktivitäten professionalisieren, die Absatzfinanzierung und auch ihre Reputation stärken. „Es gibt Fälle, in denen eine Bankgründung sinnvoll ist“, bestätigt Tim Gemkow, Finanzexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Das könnte zum Beispiel bei der Absatzfinanzierung eines ausländischen Kunden der Fall sein, „dessen Bonität gut ist, der aber in der Heimat schwer an Kredit kommt – etwa weil dort die Banken generell wenig Kredite vergeben“, erklärt Gemkow. „Das kann derzeit unter anderem in einigen südeuropäischen Ländern so sein.“

Dennoch: Die Berater hatten „damit gerechnet, dass mehr Unternehmen eine Bankgründung planen oder zumindest in Erwägung ziehen“, sagt PwC-Partner Rainer Wilken. „Wir wissen jedenfalls, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten bei der Organisation ihrer Finanzierungsaktivitäten haben, vor allem wenn es um Kredite an Lieferanten oder Kunden geht.“

Einige Firmen würden zudem über ihre Finanzabteilungen „ähnlich wie eine Bank Finanzmittel disponieren und eben auch Kunden oder Lieferanten in größerem Stil Geld leihen“, so Wilken. Auch wenn das nicht systematisch passiere, könne „ein Graubereich entstehen“. Sprich: Das Unternehmen agiert fast wie eine Bank – und wäre mit Banklizenz auf der sicheren Seite. Für den Handel sieht der PwC-Experte eine andere Möglichkeit: „Wir halten hier eine Branchenlösung für möglich. Dabei würde nicht ein Händler, sondern stellvertretend ein Interessenverband eine Bank für die ganze Branche gründen.“

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Bafin erteilt nur wenige Banklizenzen

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