Mezzanine-Programme
Finanzierung mit Perspektiven – und Risiken!

Investoren umwerben die Unternehmen: Mezzanine-Kapital erlebt aktuell ein Riesenrevival. Obwohl es Eigenkapital gibt, haben die Geldgeber kein Mitspracherecht. Die Risiken und Gefahren dieser Wachstumsfinanzierung.

DüsseldorfMezzanine – um dieses Instrument zur Wachstumsfinanzierung ist es nach dem Hype in den Jahren vor der Finanzkrise ruhiger geworden. Die Mischform aus Eigen- und Fremdkapital – benannt nach dem italienischen Wort für Zwischengeschoss: „mezzanine“ – hat sich verteuert, dafür aber auch gewandelt: Heute umwerben Investoren die Unternehmen mit neuen, maßgeschneiderten Produkten statt mit verbrieftem Standard-Mezzanine, für das es nach den Turbulenzen am Verbriefungsmarkt keine Anschlussfinanzierung mehr gab.

Die Bresser GmbH, ein mittelständischer Hersteller von Teleskopen, Ferngläsern, Mikroskopen, Nachtsichtgeräten und optischen Entfernungsmessern aus dem westfälischen Rhede, ist dafür ein gutes Beispiel: Als Helmut Ebbert, seit 2002 angestellter Geschäftsführer, im Jahr 2009 den Betrieb aus dem US-amerikanischen Meade-Konzern herauslösen wollte, holten die betreuenden Volksbanken die auf Nordrhein-Westfalen spezialisierte VR Mittelstandskapital an Bord, eine Beteiligung der bundesweit agierenden VR Equitypartner. Die Genossenschaftsbanker brachten 1,5 Millionen Euro als stille Gesellschafter ein.

Dieses Mezzaninekapital funktioniert zwar ähnlich wie ein Darlehen, zählt wegen der besonderen Ausgestaltung in der Bilanz aber wie Eigenkapital. Das machte für Unternehmer Ebbert eine ganze Ratingstufe aus: „Dadurch sind wir flexibel geblieben. Wir können wie vorher nicht nur jederzeit Aufträge per Kredit vorfinanzieren – auch die Finanzierung für einen weiteren Unternehmenskauf war kein Problem.“

Egal, ob sich der Investor als stiller Gesellschafter einbringt oder Genussrechtsinhaber wird: Die Gesellschafterstruktur bleibt die alte. Das kommt gerade familiengeführten Betrieben entgegen, die Investoren gegenüber traditionell eher skeptisch gegenüberstehen.

Im Gegensatz zu einer Direktbeteiligung brauchen Unternehmer ihrem Geldgeber bei Mezzanine weniger Mitspracherechte einzuräumen. Meist möchte der Investor aber regelmäßig Informationen über wichtige Kennzahlen.

Hierfür sollten Controlling und Rechnungswesen gerüstet sein. „Wir müssen Reports liefern“, erzählt auch Unternehmer Ebbert: „Und bei großen Investitionsvorhaben brauchen wir die Zustimmung der Geldgeber.“ Das findet der Unternehmer aber nicht schlimm – er sieht Gespräche in diesem Zusammenhang sogar als Bereicherung: „Zusätzliches Know-how und das umfassende Netzwerk des Investors können schließlich nicht schaden.“

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„Man muss die Kosten vergleichen“

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