Motivationsschub für die Belegschaft
Ein Auto für gewisse Stunden

Wer seine geleaste Flotte durch Carsharing ergänzt, kann richtig Geld sparen. Das Konzept soll nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Motivation innerhalb der Belegschaft fördern.
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KölnWenn die Mitarbeiter des Crowne-Plaza-Hotels in Heidelberg ein Fahrzeug benötigen, leihen sie es sich in der Regel aus: Für den Betrieb der Unterkunft im Stadtzentrum stehen nur noch zwei feste Dienstwagen zur Verfügung, den restlichen Bedarf deckt Geschäftsführer Koren Yueksel mit Hilfe des Carsharing-Anbieters Stadtmobil.

Das Personal nutzt die stundenweise angemieteten Autos meistens für Fahrten in der Stadt, Vertriebsmitarbeiter sind damit aber auch zu Kunden in ganz Deutschland unterwegs. "400 bis 500 Euro sparen wir monatlich, seit wir unsere geleaste Flotte durch Carsharing ergänzt haben", sagt Yueksel. Sein Unternehmen sei flexibler geworden: "Die Mitarbeiter müssen sich mit den Kollegen nicht mehr auseinandersetzen, wenn mehrere zeitgleich ein Auto benötigen."

Experten halten den Ansatz für zukunftsfähig: "Wir sehen eine Kombination aus dem gewohnten Leasing und Corporate Carsharing als einen wesentlichen Treiber für ein erfolgreiches Fuhrparkmanagement", sagt Sven Henkel, Leiter des Automotive Institute for Management (AIM) and der Privatuniversität EBS in Oestrich-Winkel. "Es vereint die kostengünstigen und traditionellen Leasingverträge mit einer modernen und flexiblen Ausgestaltung des Fuhrparks."

Das Konzept soll nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Motivation innerhalb der Belegschaft fördern. Dafür schließen Firmen Rahmenverträge mit Carsharing-Anbietern, die eine private Nutzung der Fahrzeuge für die Mitarbeiter kostenlos oder zu günstigen Konditionen erlauben. "Das ist vor allem für jene Mitarbeiter reizvoll, denen üblicherweise kein Dienstwagen zur Verfügung steht", sagt AIM-Leiter Henkel.

Den Anbietern gelingt es zunehmend, Geschäftskunden von den Vorteilen zu überzeugen: Der Mittelständler Kögel Bau und das Technologieunternehmen Gore aus Oberbayern haben Vereinbarungen mit Alphacity geschlossen. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer arbeitet seit Jahresbeginn mit dem Anbieter Drivenow zusammen. Über 90 Prozent der Buchungen von Mitarbeitern sind privat. "Unsere Beschäftigten nutzen die Autos vor allem zum Pendeln und für Stadtfahrten in der Mittagspause", sagt Flottenmanager Lutz Hansen.

Das Carsharing ist aus seiner Sicht nicht nur für Konzerne interessant. "Wenn ein Dienstwagen nur zum Pendeln benutzt wird, kann man überlegen, ihn durch Carsharing zu ersetzen", meint Hansen. "So kann das Auto auch in der Zeit zwischen Dienstbeginn und Feierabend gefahren werden."

Andreas Schulte
Andreas Schulte
Pressebüro JP4, Richard-Wagner-Str. 10-12, 50674 Köln

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