Neues Modell für Autoflotten
Langzeitmiete statt Leasing

Immer mehr Unternehmen müssen gute Arbeitskräfte mit Zusatzleistungen locken – wie beispielsweise einem Dienstwagen. Dabei wird ein Modell immer beliebter: die Langzeitmiete.
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WertherKaum war die Tinte unter dem Anstellungsvertrag trocken, stand auch schon das Dienstfahrzeug vor der Tür - geliefert frei Haus, binnen 48 Stunden. Bei dem Pkw handelte es sich nicht um ein individuell konfiguriertes Fahrzeug, das nach der Bestellung geleast wird - das würde nicht sofort zur Verfügung stehen. Es ist ein Mietwagen. Genauer gesagt: Ein Fahrzeug in Langzeitmiete, gebucht für mindestens einen Monat, Tankkarte inklusive.

Immer mehr Unternehmen sehen sich bei Neueinstellungen zu solche Zugaben gezwungen - als Motivation und zusätzliches „Einstiegsgehalt“. Denn landauf und landab werden Fachkräfte in vielen Branchen händeringend gesucht. Folge: „Die Dienstwagenberechtigung wird immer mehr erweitert, daher boomt das Vermietgeschäft“, beobachtet Hans-Georg Daub, Manager beim Langzeitmiete-Spezialisten Athlon Car Rent, Düsseldorf.

Dazu benötigen die Firmen Flexibilität in Sachen Mobilität. Langzeitmiete ist eine Option dafür. Mit einem Dienstwagen können Unternehmen Mitarbeiter schon in der Probezeit an sich binden, aber sich selbst zu diesem Zeitpunkt keinen Leasingvertrag mit jahrelanger Laufzeit aufhalsen.

Denn sollte der Mitarbeiter vorzeitig wieder gehen, bliebe das Unternehmen auf dem Leasingfahrzeug bis zum Ende des Vertrages sitzen. Bei einer Langzeitmiete passiert das nicht. Nach einem Mindestmonat Laufzeit wird die Nutzung tageweise abgerechnet. Aus Fixkosten werden so variable Kosten. Die „atmende Flotte“ ist damit auch Liquiditätsmanagement.

Als Ergänzung zum Leasing ist Langzeitmiete aber auch deshalb willkommen, weil das Fahrzeug nicht fahrergebunden ist. „Langzeitmiete passt sehr gut als Ergänzung ins Produktportfolio klassischer Leasinggesellschaften“, sagt Martin Vosseler, Geschäftsführer beim Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL).

„Die Kunden fragen immer mehr lösungsorientiert nach und sind nicht auf bestimmte Produkte festgelegt. Wenn ein neuer Mitarbeiter zum Beispiel zwei Monate auf ein geleastes Wunschfahrzeug warten muss, kann die Leasinggesellschaft für die Übergangszeit ein Ersatzfahrzeug im Wege der Langzeitmiete zur Verfügung stellen." Die Leasinggesellschaft profitiere durch das Angebot derartiger ergänzender Services, da sie dem Kunden eine maßgeschneiderte Lösung für dessen individuelle Bedürfnisse und Projekte bieten könne.

Eine klassische Kurzzeitmiete ist für viele Firmen keine Alternative, weil dabei die Fahrzeuge spätestens nach sechs Wochen durchgetauscht werden. Da die Hersteller die Tagesmietflotten subventionieren, sollen möglichst viele Fahrer in kurzer Zeit ein bestimmtes Modell fahren. Diese „Tauschgeschäfte“ kosten gewerbliche Mieter Zeit und Geld, weil mit jedem Wechsel Prozesskosten etwa bei der Gehaltsabrechnung verbunden sind. Bei Langzeitmiete hat die Versteuerungsmitteilung über die gesamte Mietlaufzeit Bestand, so dass keine Anpassung notwendig ist. Und per Tankkarte können die Fahrzeugkosten direkt auf ein bestimmtes Projekt gebucht werden.

„Immer mehr Unternehmen sind projektbezogen unterwegs, das heißt sie brauchen Mobilität nur für eine bestimmte Zeit und für einen bestimmten Ort“, beobachtet Hubert Terstappen, Inhaber der Buchbinder Rent-a-Car Terstappen Autovermietung. Er macht diesen Trend unter anderem auch daran fest, dass die Nachfrage nach gewerblichen Standard-Pkw-Mieten in den letzten Jahren enorm gestiegen ist.

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