Subvention von der KfW
Kaum genutzte Zinsgeschenke für den Mittelstand

KfW und Landesförderbanken subventionieren Leasingverträge. Doch nur wenige Firmen wissen davon. Dabei können gerade Mittelständler und Freiberufler für kleinere Neuanschaffungen daraus Profit schlagen.
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DüsseldorfDie Vorteile von Leasing sind sattsam bekannt. Über die Nachteile wird dagegen seltener gesprochen. Der wohl wesentlichste Malus: die oftmals recht ungünstigen Konditionen. Nach Berechnungen der IHK Heilbronn beispielsweise liegen die Kosten einer Leasingfinanzierung im Extremfall bis zu 40 Prozent über dem Betrag, der beim direkten Kauf des Leasingobjekts fällig geworden wäre.

An der Zinsschraube nach unten können Leasingnehmer aber selbst drehen, wenn sie sich für einen Vertrag entscheiden, der durch die bundesweit agierende Förderbank KfW oder eines der zahlreichen landeseigenen Förderinstitute unterstützt wird. „Auf diese Weise werden zwei sehr gut im Markt nachgefragte Produkte gekoppelt - das klassische Leasing und öffentliche Fördermittel“, sagt Stefan Lechner, Sprecher der Geschäftsführung bei Südleasing.

Das Unternehmen aus Stuttgart bietet seinen Kunden bei Vollamortisationsverträgen sowie kündbaren Verträgen die Einbindung von KfW-Fördermitteln an. Von der Zinssubvention der KfW profitieren Südleasing-Kunden, wenn sie zum Beispiel in moderne Maschinen investieren, mit denen sie die Energieeffizienz oder Umweltbilanz ihres Unternehmens verbessern möchten.

Voraussetzung: eine Investitionssumme von mindestens zwei Millionen Euro. Sobald die Förderfähigkeit durch die KfW bestätigt ist, bindet die Leasingfirma die zinsverbilligten Mittel in die Refinanzierung des Leasingvertrags ein und gibt den Zinsvorteil an den Kunden weiter. Auch die Deutsche Leasing lockt mit Verträgen, die mit Fördermitteln subventioniert werden - für Investitionen in mobile Wirtschaftsgüter „mit Schwerpunkt im Bau- und Agrarsektor sowie im Energiebereich“.

Ein weiterer Vorteil: „Durch die nachschüssige Zahlung muss der Kunde erst am Ende eines Quartals die Raten an den Finanzierer zahlen“, sagt Lechner. Beim klassischen Leasing müssen die Raten stets im Voraus geleistet werden.

Auch auf Länderebene existieren zahlreiche Partnerschaften zwischen Landesförderbanken und Leasinggesellschaften, aus denen Mittelständler Profit schlagen können. Leasinganbieter Grenke etwa kooperiert im Rahmen von Globaldarlehen mit der LfA Förderbank Bayern, der Investitionsbank Berlin, der NRW Bank und der Thüringer Aufbaubank. Gefördert werden mittelständische Firmen sowie Freiberufler, die kleinere betriebliche Neuanschaffungen - vom Firmenwagen bis zum High-Tech-Büro - mithilfe von Leasing finanzieren möchten.

Leasinginvestitionen des Mittelstands werden bis Ende 2016 auch durch ein Programm der Bürgschaftsbanken unterstützt. 120 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung - pro Unternehmen macht das bis zu einer halben Million Euro an Bürgschaftsgeld.

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