Unternehmensverkauf mit Tücken

Altlasten trüben die Kauflaune

Das Umfeld für Übernahmen ist auch wegen des Niedrigzinsumfelds so gut wie selten – wären da nicht die Pensionslasten vieler Mittelständler. Wie verkaufswillige Firmenchefs planen sollten – und welche Fallstricke drohen.
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Pensionslasten sorgen bei Firmenübernahmen häufig für ein unkalkulierbares Risiko. Quelle: dpa
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Pensionslasten sorgen bei Firmenübernahmen häufig für ein unkalkulierbares Risiko.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVon der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank profitieren auch Kaufinteressenten im Mittelstand. Die Minizinsen wirken auf das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen wie ein Jungbrunnen. Doch wie beim Brunnen besteht auch bei Mergers & Acquisitions (M&A) Absturzgefahr, wenn der Käufer überhastet vorgeht. „Beim Kauf und Verkauf von mittelständischen Unternehmen kommt der Analyse von Pensionsrückstellungen eine zentrale Bedeutung zu“, sagt Philip Hummert, Senior Berater bei der VR Corporate Finance GmbH in Düsseldorf. Denn die Höhe der zu bilanzierenden Pensionsrückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag neu berechnet.

„Gerade in Zeiten der Niedrigzinspolitik bestehen nicht unbegründete Zweifel daran, dass die bilanzierten Rückstellungen dem tatsächlichen Wert entsprechen, der aus den Zahlungsverpflichtungen zukünftig auf das Unternehmen zukommt. Dies gilt besonders, wenn für die Versorgungszusagen nicht ausreichend Deckungsvermögen angespart wurde“, sagt Matthias Dernberger, Geschäftsführer der compertis GmbH aus Wiesbaden.

Geld eintreiben in sieben Schritten
Lassen Sie sich nicht narren!
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Offene Forderungen sind nicht nur ärgerlich, sondern gefährden auch die Existenz unzähliger Firmen. Das Creditreform-Magazin.de hat sieben Schritten formuliert, wie Mahnschreiben, Mahnbescheid, Klage und Inkassodienstleister tatsächlich helfen.

Schritt 1: Rechnung schreiben
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Nach Abschluss eines Auftrags - bei Handwerkern nach Abnahme der Leistung - sollten Sie zügig eine prüffähige Rechnung schreiben mit einem konkretem Zahlungstermin. Außer den vertraglich vereinbarten Punkten sollten Sie auch alle Pflichtangaben notieren, die das Umsatzsteuergesetzt verlangt; formale Fehler sind oft Anlass dazu, nicht zu zahlen. Beim Zahlungsziel gilt: Seit Inkrafttreten der EU-Zahlungsverkehrsrichtlinie (2014), dürfen Unternehmen ihren Geschäftspartnern nur noch ein Ziel von maximal 60 Tagen gewähren. Alles andere muss ausdrücklich vereinbart werden. Bei öffentlichen Auftraggebern gilt eine Frist von 30 Tagen.

Schritt 2: Mängel beseitigen
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Ein häufiger Einwand von Kunden, die ihre Rechnung nicht begleichen, sind Mängel. Sollten die berechtigt sein, müssen Sie sie zunächst umgehend beseitigen.

Schritt 3: Zahlung kontrollieren
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Es ist zum Verzweifeln, wenn Sie keinen Überblick über Ihre Außenstände haben. Überwachen Sie daher regelmäßig mit einer Excel-Liste, einem Buchführungs- oder einem anderen PC-Programm, welche Rechnungen noch nicht bezahlt sind.

Schritt 4: Kunden anrufen
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Wenn Ihr Kunde seine Rechnung nicht begleicht, sonst aber eigentlich immer pünktlich gezahlt hat, sollten Sie kurz anrufen, und ihn an die Zahlung erinnern. Bei einem guten Kunden lässt sich bei einem vorübergehenden Liquiditätsengpass ja auch eine Ratenzahlung vereinbaren – aber immer schriftlich mit Schuldanerkenntnis für die Gesamtforderung.

Schritt 5: Richtig mahnen
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Verschicken Sie höchstens drei, nicht nummerierte Mahnschreiben und stellen Sie direkt im ersten Brief fest, dass sich der Kunde im Verzug ist. Berechnen Sie 30 Tage nach Erhalt der Ware oder Abnahme der Leistung Verzugszinsen – bei Privatkunden sollten Sie darauf aber nochmal gesondert hinweisen. Aktuell liegt der Verzugszins bei Privatkunden bei fünf, bei Geschäftskunden bei neun Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Außerdem wird nach der neuen EU-Zahlungsverzugsrichtlinie eine Pauschale von 40 Euro fällig.

Schritt 6: Mahnantrag stellen und klagen
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Einen Anwalt beauftragen oder einen Mahnbescheid beantragen können Sie selbst über Portale wie beispielsweise online-mahnantrag.de. Wenn der Schuldner nicht widerspricht, erlässt das Gericht den Vollstreckungsbescheid – andernfalls geht das Verfahren in eine Klage über. Wenn deutlich wird, dass der Schuldner partout nicht bezahlen will, klagen Sie am besten direkt.

Verbleibt die Pensionsverpflichtung nach der Transaktion in der Bilanz des übernommenen Unternehmens, wird der Käufer in aller Regel einen Abschlag vom Kaufpreis für das Risiko fordern. Für Käufer und Verkäufer gilt es, einen Wert für dieses Risiko zu finden, was zu langwierigen oder sogar zum Scheitern der Kaufpreisverhandlungen führt. Eine Alternative wäre die Übernahme des Risikos durch den Verkäufer, indem die Pensionsverpflichtungen zum Beispiel an eine neue Gesellschaft ausgelagert werden. Doch kaum ein Verkäufer lässt sich auf diese Variante ein. Daher hält sich als häufig präferierte Lösung die Übertragung der Pensionsverpflichtung an einen externen Dritten etwa einen Pensionsfonds. Das Problem dabei: die fehlende Liquidität. Das Loswerden der ungenügend finanzierten Risiken hat seinen Preis. Vielen Mittelständlern steht im Vorfeld einer Transaktion nicht genügend Liquidität zur Verfügung, um die Kosten für die Auslagerung zu tragen.

Mittelständler, die den Verkauf ihrer Firma ins Auge fassen, sollten das Thema Pensionsverpflichtungen so früh wie möglich angehen. „Ist das Unternehmen im Vorfeld der Transaktion bereits frei von Pensionsverpflichtungen, entfällt die Debatte über die Auswirkungen auf den Kaufpreis“, sagt Hummert.

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