Vom Auto bis zur Achterbahn
Leasing ist nicht mehr wegzudenken

In den 1960er Jahren traf Leasing häufig noch auf Skepsis. Längst hat hat sich die Finanzierungsform aber bewährt. Heute ist sie aus dem Wirtschaftsleben kaum noch wegzudenken - und steht trotz einiger Hürden gut da.
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FrankfurtDas Wort Leasing, sagte Albrecht Dietz einmal, habe ihn fasziniert. Weil es nach Amerika klang, nach großer weiter Wirtschaftswelt. Dietz, Ende März verstorben, gilt in Deutschland als Pionier der Leasingbranche. Als er 1962 in Düsseldorf die Maschinen Miete GmbH gründete, ahnten aber nur wenige, wie erfolgreich die neue Finanzierungsform werden würde. Damals waren die Vorbehalte sehr groß. „Das ist oft so, wenn etwas neu und fremd ist“, sagte Dietz. Doch er ließ sich nicht beirren – und behielt recht.

Heutzutage ist Leasing als Finanzierungsform nicht mehr wegzudenken aus dem Wirtschaftsleben. Unternehmen und private Haushalte leasen Autos, Computeranlagen oder Maschinen für die Fertigungshalle. Eine Achterbahn für den Rummel war schon dabei und Beamte des Landes Nordrhein-Westfalen haben einmal einen Leasingvertrag über 40 Pferde für eine ihrer Polizeireiterstaffeln unterzeichnet.

Aus Sicht der Unternehmer gibt es gleich mehrere Argumente, die für das Leasing als Finanzierungsform sprechen: Rate und Laufzeit stehen von Anfang an fest, sind also leicht kalkulierbar. Wegen der relativ überschaubaren Laufzeiten bleiben die Leasingnehmer stets auf dem neuesten Stand der Technik. Das ist besonders wichtig bei Produkten mit kurzen Innovationszyklen – Computern oder Mobiltelefonen beispielsweise. Außerdem können Unternehmer die Leasingraten steuerlich als Betriebsausgaben absetzen.

Mittlerweile werden in Deutschland Jahr für Jahr Güter im Gegenwert von mehr als 40 Milliarden Euro verleast. Einer Studie von TNS Infratest zufolge überlegten rund drei Viertel der Unternehmer, ihre Anschaffungen über Leasing zu finanzieren. Gerade kleinere und mittlere Firmen seien immer aufgeschlossener gegenüber dieser Finanzierungsform, schrieben die Experten des Forschungsinstituts.

In den 1960er-Jahren war das noch ganz anders. Damals galt Leasing bei vielen Unternehmenschefs als halbseidenes Pachtgeschäft, das nur in Anspruch nahm, wer keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten hatte, nicht mal den Kredithai um die Ecke. Anfangs fehlte den Leasinggesellschaften zudem ein klar abgesteckter rechtlicher Rahmen, in dem sie sich bewegen konnten, das machte es ihnen zusätzlich schwerer. Erst in den 1970er-Jahren hat der Gesetzgeber Abhilfe geschaffen. In insgesamt drei Erlassen wurde der rechtliche Rahmen für die noch junge Branche festgelegt.

Die anfänglichen Akzeptanzprobleme blieben aber nicht die einzigen Rückschläge für die ansonsten erfolgsverwöhnte Branche. Am heftigsten wurden die Leasinggesellschaften 2009 erwischt. Im Jahr nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers kühlte die Wirtschaft merklich ab, Unternehmen zögerten geplante Investitionen hinaus aus Angst, die wirtschaftliche Lage könnte sich weiter verschlechtern. Das Leasingneugeschäft sackte um rund 23 Prozent ab.

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Ein Problem droht bei der Bilanzierung

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