Billigflieger Easyjet verliert Chefin an britischen Privatsender

Die Chefin von Easyjet tritt im Januar einen neuen Job an – bei dem britischen Privatsender ITV. Carolyn McCall wird damit Nachfolgerin von Adam Crozier. Sie arbeitet nicht zum ersten Mal in der Medienbranche.
Update: 17.07.2017 - 11:12 Uhr Kommentieren
Die easyJet-Chefin trug während ihrer sieben Jahre an der Spitze der Billigfluggesellschaft dazu bei, mehr Kunden zu gewinnen, so das Unternehmen. Quelle: Reuters
Carolyn McCall

Die easyJet-Chefin trug während ihrer sieben Jahre an der Spitze der Billigfluggesellschaft dazu bei, mehr Kunden zu gewinnen, so das Unternehmen.

(Foto: Reuters)

LondonDer britische Billigflieger Easyjet verliert mitten im Brexit-Wirbel seine Chefin an den Fernsehsender ITV. Carolyn McCall werde das Unternehmen voraussichtlich zum Jahresende verlassen und die Führung von ITV übernehmen, teilte Easyjet am Montag in Luton bei London mit. Die Suche nach einem Nachfolger laufe bereits. Wie ITV („Inspector Barnaby“, „Downton Abbey“) ankündigte, soll McCall ihren neuen Job am 8. Januar 2018 antreten. Die 55-Jährige hatte als Chefin der Guardian Media Group bereits vor ihrer Luftfahrtkarriere in der Medienbranche gearbeitet.

McCall sprach von einer schwierigen Entscheidung. Nach sieben Jahren bei Easyjet sehe sie die Gelegenheit bei ITV aber für sich als die richtige Wahl an. Easyjet-Verwaltungsratschef John Barton lobte die Managerin in höchsten Tönen. Sie habe die Passagiere und die Mitarbeiter ins Zentrum gestellt und so nachhaltige und anhaltende finanzielle Erfolge erzielt.

Diese Billigflieger erobern Europa
Platz 15: Volotea
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Der Markt für Billigflieger wächst – in Deutschland wie auch in Europa. Zudem sind die Airlines auf Konsolidierungskurs, kleine Linien verschwinden zunehmend, die Branchengrößen wachsen teils deutlich.. Auf Platz 15 der größten Low-Cost-Fluggesellschaften liegt Volotea. Im Januar 2017 verzeichneten die Spanier 228 Starts, auf 82 Strecken verfügten sie über 28.474 Sitze.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; Ranking auf Grundlage der Starts im Januar 2017

Platz 14: Jet2.com
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Eine Billig-Fluggesellschaft mit Tradition: Die Briten mit Sitz in Leeds gingen 2002 aus der 1978 gegründeten Channel Express hervor. 2014 wurde das Portfolio um Langstreckenflüge nach Nordamerika erweitert. Im Januar flog Jet2.com 142 Strecken an, bei 57.198 Sitzen und 330 Starts.

Platz 13: Pobeda
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Der Billigflieger, eine hundertprozentige Tochter der größten russischen Airline Aeroflot, nahm erst im Dezember 2014 seinen Dienst auf. Seit 2016 werden in Deutschland Köln/Bonn und Memmingen angeflogen. Pobeda bedeutet auf Deutsch schlicht „Sieg“ – von diesem ist die Airline im Ranking aber ein gutes Stück entfernt. Im Januar 2017 startete Pobeda 370 Mal, auf 61 geflogenen Strecken boten die Russen 69.930 Plätze an.

Platz 12: Blue Air
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542 Starts, 86.995 Plätze, 131 Strecken: Das sind die Daten des rumänischen Billig- und Charterfliegers Blue Air mit Sitz in Bukarest. Die 2004 gegründete Airline legt besonders großen Stellenwert auf die Inlandsverbindungen, bei ihrer Gründung wurde sie bewusst als Alternative zu den schlechten Straßen- und Eisenbahnverbindungen Rumäniens konzipiert.

Platz 11: Air Baltic
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Air Baltic hat bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich – bei ihrem Start 1995 verfügte die Billigfluggesellschaft über genau eine einzige Maschine, eine Saab 340. Nach einem aufsehenerregenden Kleinkrieg mit der Regierung musste die Airline 2011 schließlich Insolvenz anmelden und wurde verstaatlicht. Im Januar 2017 starteten Air-Baltic-Maschinen 737 Mal, flogen 85 Strecken und boten 67.766 Sitze an.

Platz 10: Transavia
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Als Transavia Limburg, später Transavia Holland 1965 gegründet, sind die Niederländer mit Sitz in Haarlemmermeer heute eine Tochter von Air France. Die Billig-Airline unterhält noch bis Oktober einen Stützpunkt auf dem Flughafen München. Im Januar wurden von Transavia bei 897 Starts mit 161.373 Sitzen insgesamt 211 Strecken geflogen.

Platz 9: Aer Lingus
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Die nationale Fluggesellschaft Irlands wurde 1936 noch als Aer Lingus Teoranta gegründet, seit September 2015 ist sie eine Tochter der International Airlines Group (IAG), eine Holding mit Sitz in Madrid. Im Januar starteten die Iren 1412 Mal, bedienten 138 Strecken und verfügten über 179.881 Sitze.

McCall hatte Easyjet seit 2010 auf einen europaweiten Wachstumskurs geführt. Seit dem Votum der Briten für den Austritt des Landes aus der EU muss der Billigflieger jedoch um seine Verkehrsrechte in der Europäischen Union bangen. Um auch nach dem Brexit Flüge zwischen Städten innerhalb der EU anbieten zu können, hat das Unternehmen gerade eine zusätzliche Luftverkehrslizenz in Österreich beantragt.

Der Billigflieger beeilte sich zu betonen, dass das Geschäft im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni angezogen habe. So sei der Umsatz je Sitzplatz wie erwartet gestiegen, zudem seien die Maschinen gut ausgelastet gewesen. Den Quartalsbericht will Easyjet wie geplant am 20. Juli veröffentlichen.

Hier heben Europas Billigflieger ab
Ohne Platzierung: München (MUC), Berlin-Tegel (TXL), Stuttgart (STR)
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Mit München (Foto), Stuttgart und Berlin-Tegel schafften es laut dem dem Low Cost Monitor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gleich drei große deutsche Flughäfen nicht unter die besten 30 in Sachen Billigflüge – und das, obwohl sie 2015 alle noch zu Europas Besten gehörten. Insgesamt legen die deutschen Flughäfen aber zu – im Juli 2016 wurden fast 4.400 Billigflüge pro Woche durchgeführt, 350 mehr als ein Jahr zuvor.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Low Cost Monitor 2/2016

Platz 26: Hamburg (HAM)
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Auch der Hamburger Flughafen bietet recht viele Strecken im Billigsegment an und belegt somit Platz 26. Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz geht es aber abwärts – noch Anfang 2015 belegte Hamburg bei den Billigflügen Platz zehn.

Platz 24: Berlin-Schönefeld (SXF)
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Während es Berlin-Tegel es 2016 nicht mehr unter Top-30 in Europa schafft, ist der zweite Berliner Flughafen Schönefeld dabei und hat im Ranking deutlich zugelegt.. Der Grund: Ryanair hat sein Angebot vervielfacht und bietet in diesem Jahr statt 60 mehr als 220 Flüge pro Woche an.

Platz 19: Düsseldorf (DUS)
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Unter den 30 größten Flughäfen mit einem hohen Anteil an Low-Cost-Angeboten befindet sich auch der Düsseldorfer Airport, von wo mehr als 500 Flugzeuge pro Woche im Billigsegment starten. Dafür verantwortlich ist unter anderem die Lufthansa: Die deutsche Fluggesellschaft lässt inzwischen viele innerdeutsche und europäische Flüge von der Billigtochter Eurowings durchführen.

Platz 18: Köln/Bonn (CGN)
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Der Flughafen Köln/Bonn ist die Heimatbasis der Lufthansa-Billigtochter Germanwings. 2002 startete hier die erste Germanwings-Maschine sowie Flieger der damaligen Billigfluglinie Hapag Lloyd Express. Im aktuellen Ranking ist Köln/Bonn der deutsche Flughafen, von dem aus am meisten Billigflieger starten.

Platz 5: Manchester (MAN)
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Bei der Gesamtanzahl der Flüge pro Woche zählt Manchester nur zum Mittelfeld – bei den Billigflügen aber ist man ganz vorne mit dabei. Über 1000 Low-Cost-Flüge starten hier pro Woche. Ohnehin ist Großbritannien mit über 12.000 Billigflügen pro Woche klarer Spitzenreiter in Europa.

Platz 4: London-Stansted (STN)
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Der Londoner Flughafen Stansted belegt europaweit den vierten Platz bei den Low-Cost-Angeboten. Fast 1500 Billigflieger starten hier jede Woche – im London-internen Ranking reicht das trotzdem nur zum zweiten Platz.

Bei dem größten britischen Free-TV-Sender ITV folgt McCall auf Adam Crozier, der das Unternehmen verlässt. Die Medienbranche kämpft mit rückläufigen Werbeerlösen und streicht zahlreiche Stellen. Crozier, der 2010 an die Konzernspitze gerückt war, hat seitdem daran gearbeitet, den Sender zu verjüngen und die Abhängigkeit von der Werbung durch den Ausbau von Eigenproduktionen zu verringern.

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  • dpa
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