Carsharing Wenn der Kunde Lehrmeister der Autobosse wird

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„Carsharing ist ein Auslaufmodell, wenn das Robo-Taxi kommt“

In Europa und Asien wird Carsharing die Autohersteller im Jahr 2021 unter dem Strich eine halbe Million Autoverkäufe kosten, so schätzt die Unternehmensberatung BCG. Und später kommt dann der große Umbruch mit den autonom fahrenden Autos. „Carsharing ist ein Auslaufmodell, wenn das Robo-Taxi kommt“, sagt Bratzel. „Carsharing ist eigentlich ein Taxi zum Selberfahren – ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Robo-Taxi.“

Der US-Konzern Uber schreibt zwar rote Zahlen, macht aber mit der Vermittlung von Fahrdiensten Milliardenumsätze und testet Robo-Taxis. Konkurrent Didi Tuxing hat in China schon 300 Millionen Kunden und wickelt täglich 60 Millionen Fahrten ab, nur mit einer Software-Plattform. „Wenn die Autohersteller es nicht schaffen, in dieser Dienstleistungswelt Fuß zu fassen, werden sie zu Zulieferern für die Fahrdienste, die die Plattform kontrollieren“, sagt Bratzel. Dieses Szenario fürchten die Hersteller. „Sie müssen es schaffen, die Kunden zu verstehen und Kontakt zu ihnen aufzubauen. Es ist eine völlig neue Welt, die da aufgeht.“

Die Gewinner und Verlierer am deutschen Automarkt
Verlierer: Volkswagen
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Der Marktführer zeigt auf seinem Heimatmarkt ungewohnte Schwächen. In den ersten drei Monaten sank der VW-Absatz in Deutschland um 4,3 Prozent – und das in einem wachsenden Markt. Mit 18,4 Prozent oder rund verkauften 155.000 Fahrzeugen beherrschen die Wolfsburger weiter den Markt, büßen aber Anteile ein.

Verlierer: Audi
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Auch die Premiummarke aus dem VW-Konzern hat ein Problem. In den ersten drei Monaten hat sie weniger Fahrzeuge verkauft als Konkurrent Mercedes. Insgesamt wuchs der Absatz um 0,3 Prozent auf rund 75.000 Fahrzeuge und damit deutlich schwächer als der Markt. Hat weiter schwelende Dieselskandal das Vertrauen der Deutschen erschüttert?

Verlierer: Smart
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Die Neuauflage des kleinen Stadtflitzers ist noch gar nicht so alt. Doch das Kaufinteresse der Deutschen hat schon spürbar nachgelassen. Nicht nur das Auto, auch der Absatz ist mittlerweile mickrig. Im ersten Quartal sank der er um 1,9 Prozent auf rund 7.800 Fahrzeuge.

Verlierer: Honda
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Die Japaner waren in Deutschland schon immer etwas schwächer als in anderen Weltregionen. Doch das erste Halbjahr war eines zum Vergessen. Um satte 25 Prozent schmierte der Honda-Absatz ab. In den ersten drei Monaten verkauften die Japaner damit rund 6.400 Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 0,8 Prozent entspricht.

Verlierer: Nissan
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Weil Bestseller vor einer Neuauflage stehen, ist den Japanern ihr Wachstum in den ersten drei Monaten abhandengekommen. Zwar legte der Absatz immer noch um 2,1 Prozent auf 19.800 Fahrzeuge zu. Doch damit ist Nissan deutlich schlechter als der Markt und verliert Anteile.

Gewinner: Mercedes
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Der Stern glänzt wieder – auch in Deutschland. Mit rund 77.300 verkauften Fahrzeugen sind die Schwaben nicht nur der führende Premiumhersteller im Heimatmarkt, sondern konnten den Absatz um 9,2 Prozent steigern. Das reicht, um an Audi vorbeizuziehen.

Gewinner: Renault/Dacia
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Das französisch-rumänische Duo legt im Volumenmarkt Tempo vor. Renault verbucht ein Plus von 28,8 Prozent auf fast 32.000 verkaufte Fahrzeuge. Dacia legt um 35,2 Prozent auf rund 14.000 Fahrzeuge zu. Gemeinsam ziehen die beiden damit sogar wieder an VW-Tochter Skoda vorbei und sind damit der größte Importeur in Deutschland.

Und Hofelich sagt: „Das Thema wird unglaublich an Fahrt gewinnen.“ Um es zu beherrschen, brauche es auch Erfahrung im Flottenmanagement. Das aber fehle Uber, denn jeder Fahrer bringe sein eigenes Fahrzeug mit. „Wir sind beim Flottenmanagement extrem weit.“

Für das Flottenmanagement bei DriveNow ist der Autovermieter Sixt zuständig. Ob Daimler und BMW ihre Carsharing-Töchter demnächst zusammenlegen wollen, vielleicht gleich noch mit Daimlers MyTaxi-Dienst, ist offen. Firmenchef Erich Sixt jedenfalls sieht DriveNow als „ein Juwel“.

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  • dpa
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