Cosco übernimmt OOCL Containerangriff aus China

Die Übernahmewelle trifft weitere Containerreedereien: Die chinesische Cosco, die kürzlich auf Druck der Pekinger Regierung aus zwei Rivalen hervorging, plant eine Megafusion: Für 5,5 Milliarden Euro kauft sie OOCL.
Update: 10.07.2017 - 11:39 Uhr 3 Kommentare
Die Familie Tung, die Orient Overseas kontrolliert, hat die Übernahmeofferte von Cosco den Angaben zufolge bereits angenommen. Quelle: Reuters
Cosco-Logo auf einem Container

Die Familie Tung, die Orient Overseas kontrolliert, hat die Übernahmeofferte von Cosco den Angaben zufolge bereits angenommen.

(Foto: Reuters)

Peking/HongkongDie Fusionswelle unter den weltgrößten Containerreedereien setzt sich mit einer weiteren geplanten Milliardenübernahme fort. Die weltweit viertgrößte Containerreederei Cosco Shipping will ihre kleinere Rivalin Orient Overseas Container Line (OOCL) aus Hongkong für umgerechnet 5,5 Milliarden Euro (rund 6,3 Milliarden Dollar) schlucken. Das hat der Konzern bestätigt. Mit dem Deal würde die drittgrößte Containerreederei der Welt entstehen.

Die Familie des verstorbenen Firmengründers Tung, die Orient Overseas kontrolliert, hat die Offerte den Angaben zufolge bereits angenommen, die mit 78,67 Hongkong-Dollar je Aktie rund 31 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag liegt.

Seit mehreren Monaten kursierten Übernahmegerüchte. Den Übernahmewert der 1947 gegründeten OOCL-Reederei, die alleine mehr als 270 Schiffe betreibt, hatte das Londoner Analystenbüro Drewry zuletzt auf 4,8 Milliarden Dollar geschätzt.

In der Branche herrschte Einigkeit darüber, dass Cosco diese Kaufsumme aufbringen könnte. Experten hielten das für fraglos. Die China Development Bank hatte der Reederei vor Monaten eine Kreditlinie von 26 Milliarden Dollar genehmigt.

Der geplanten Übernahme müssen die Kartellbehörden und die Aktionäre von Cosco noch zustimmen. Gemeinsam kommen Cosco und Orient Overseas auf mehr als 400 Schiffe mit einer Kapazität von mehr als 2,9 Millionen Standardcontainern (TEU), wenn man bereits bestellte Schiffe einrechnet. Cosco war selbst erst auf Druck der Regierung in Peking vor gut einem Jahr aus den chinesischen Rivalen Cosco und China Shipping hervorgegangen.

Gut 90 Prozent von Orient Overseas sollen künftig Cosco gehören, knapp zehn Prozent dem Hafen von Schanghai. Wenn der Zusammenschluss tatsächlich gelingen sollte, liegt die fusionierte Reederei auf der Weltrangliste nur noch hinter dem dänischen Branchenprimus A.P. Møller-Maersk und der Mediterranean Shipping Company (MSC) aus der Schweiz.

Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd aus Hamburg belegt dadurch Rang fünf. Der Konzern übernahm zuletzt den arabischen Konkurrenten UASC und will die Zusammenführung beider Firmen bis Ende September oder Anfang Oktober abschließen.

Das sind die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Group
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Ein Unternehmen mit Tradition: Seit ihrer Gründung 1871 hat sich die Hamburg Süd von einer konventionellen Reederei zu einer international operierenden Transport-Logistik-Organisation entwickelt. Im März 2016 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI. Im März 2017 hat der Oetker-Konzern – zu dem Hamburg Süd gehört – die Reederei an den Konkurrenten Maersk verkauft. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst 105 Schiffe, die eine Containerkapazität von insgesamt 564.000 Stück haben.

Quelle: Alphaliner

Platz 9: Mitsui O.S.K. Lines
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Die Japaner sind zurück in der Top Ten. Mit der MOL Triumph hat die Reederei aus Tokio nicht nur das größte Containerschiff der Welt ist der Flotte, sondern konnte auf 79 sagenhafte 569.000 Container transportieren.

Platz 8: Yang Ming Marine Transport Corp.
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Im Jahr 1972 in Taiwan gegründet, besitzt Yang Ming eigene und in Kooperation betriebene Containerterminals in den USA, Belgien, den Niederlanden sowie in Taiwan. Die Schiffsflotte besteht aus 95 Schiffen und umfasst eine maximale Kapazität von 580.000 Containern. Doch die Reederei leidet unter der schwächelnden Konjunktur in China. Eine Großallianz, die 2017 mit der deutschen Hapag-Lloyd und vier weiteren asiatischen Reedereien startet, soll helfen.

Platz 7: OOCL
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Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung gegründet. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. Zuletzt machte die asiatische Reederei den größten Sprung. Rund 672.000 Container kann das Unternehmen auf 98 Schiffen unterbringen. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Platz 6: Evergreen Line
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Die Reederei Evergreen stammt aus Taiwan. Mit ihren 194 Schiffen bedient das Unternehmen Linien in Osteuropa, nach Europa und zur US-Westküste und kann insgesamt 1,07 Millionen Standardcontainer unterbringen.

Platz 5: Hapag-Lloyd
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Mit 1,5 Millionen Containern hat aufgeholt: Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schloss sich die Reederei Hapag-Lloyd mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) zusammen. Damit kommt die hamburgische Reederei, auf eine Flotte von 212 Schiffen. Zudem hat die neue Allianz mit den asiatischen Reedereien den Hamburgern eine gute Position auf den Weltmeeren verschafft.

Platz 4: Cosco Container Lines
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Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz sukzessive ausgebaut. 1,82 Millionen Container kann das Unternehmen unterbringen. Die Flotte umfasst aktuell 331 Schiffe.

So hat die bevorstehende Fusion auch die Aktien der deutschen Traditionsreederei Hapag-Lloyd beflügelt. Die Titel stiegen am Montag um 4,9 Prozent auf 28,86 Euro – und waren mit Abstand größter Gewinner im Kleinwerteindex SDax. Anleger spekulierten vor allem auf steigende Frachtraten, die in den vergangenen Jahren erheblich unter Druck gekommen waren. „Durch die Konsolidierung in der Branche könnten sich die Frachtraten weiter erholen“, sagte ein Händler.

Auch Weltmarktführer A.P. Møller-Maersk profitierte von der Fusionswelle. Seine Aktien stiegen am Montag um 2,8 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 13.550 Kronen.

Übernahmen und Pleiten in der weltweiten Containerseefahrt
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3 Kommentare zu "Cosco übernimmt OOCL: Containerangriff aus China"

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  • Woodley und McGuire: die einzigen, die hier schlecht recherchiert haben, sind sie:

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/coscocs-chinas-neuer-reederei-gigant-lichtet-den-anker/12984452.html

  • @ Robbie ... stimmt.

    Alles nur oberflächliche Recherche hier.

    Am allerbesten finde ich Ulf Sommer und Jessica Schwarzer .... zum todlachen.

  • Die chinesische Cosco, die kürzlich auf Druck der Pekinger Regierung aus zwei Rivalen hervorging...................

    Liebe HB-Redaktion: COSCO wurde bereits im Jahr 1961 gegründet.

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