Digitalisierung in der Luftfahrt
Kein Anschluss über den Wolken

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Große Preisunterschiede bei den Airlines

Unterschiede gibt es auch bei der Ausgestaltung der WLAN-Zugänge: Die Mehrheit der Airlines bietet WLAN bisher zu Daten- oder Zeittarifen an. Dazu zählen unter anderem die Fluggesellschaften Etihad Airways, SAS und KLM. Einen alternativen Weg schlägt die Lufthansa ein. Die deutsche Fluggesellschaft testet aktuell ein gestaffeltes Preismodell. Nicht das Datenvolumen ist entscheidend, sondern die Art der Nutzung. Messaging kostet zum Beispiel drei Euro, Surfen sieben Euro und wer Videos oder Musik streamen will, muss zwölf Euro pro Flugstrecke bezahlen.

Mittelfristig rückt für die Fluggesellschaften das erweiterte digitale Geschäft in der Vordergrund: „Wichtiger als Gebühren für die Internetnutzung ist die Möglichkeit für die Fluggesellschaften, ihren Passagieren personalisierte Shopping-Angebote oder Dienstleistungen anzubieten“, meint Kai-Marcus Peschl von Roland Berger. Im Schnitt könnten Airlines auf Kurzstrecken 1,20 Euro, auf Langstrecken bis zu 3,20 Euro je Fluggast mehr einnehmen. Der Großteil entfiele dabei auf Einnahmen durch personalisierte Angebote, Werbung und Sponsoring, so die Studie von Roland Berger.

Konnektivität an Bord bietet darüber hinaus eine Schnittstelle zwischen Kabinen- und Bodenpersonal. Echtzeitdaten von Wetter und Verkehr könnten beispielsweise zur Optimierung von Route und Geschwindigkeit direkt zum Flugzeug gesendet und dort verarbeitet werden.

Die Digitalisierung in der Luftfahrtindustrie ist in vollem Gange. Doch Airlines, die den Trend verschlafen, verprellen ihre Kunden und verpassen zusätzliche Einnahmen, die gerade bei den immer weiter sinkenden Ticketpreisen an Bedeutung gewinnen.

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