Flughafenbetreiber
Die Geburt von Tegels großem Bruder

Schon bald wird der neue Berliner Großflughafen BER aus der Taufe gehoben. Die Betreiber haben große Ambitionen. Vor allem Hartmut Mehdorn von der angeschlagenen Air Berlin hofft auf die Hauptstadt.
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BerlinNoch 87 Tage, dann wird der bei Vielfliegern beliebte Berliner Flughafen Tegel geschlossen und der neue Großflughafen mit dem Kürzel BER eröffnet. Noch sind 5000 Bauarbeiter zu Werke – es geht zu wie auf jeder kleinen oder großen Baustelle: immer wird bis zum Eröffnungstag gebohrt und gehämmert. Die letzten Bauarbeiter, heißt es, würden wohl am Morgen des 3. Juni durch die Hintertür verschwinden. Sollte Flughafenchef Rainer Schwarz angesichts dieses Zeitplans so etwas wie Nervosität verspüren, kann er es gut verbergen.

Doch der Mann ist wahrscheinlich tatsächlich entspannt – und das hat seinen Grund. Die Baustelle scheint beherrschbar, Tag für Tag wird sie ein wenig kleiner, der Probebetrieb läuft ordentlich und Schwarz spürt Rückenwind durch gute Zahlen. „2011 war ein Jahr der Rekorde“, sagte Schwarz auf der Internationalen Reisemesse ITB, die gerade in Berlin stattfindet. In den vergangenen neun Jahren, berichtete Schwarz, konnte die Zahl der Reisenden verdoppelt werden. Verzeichneten die Berliner Flughäfen 2002 zwölf Millionen Passagiere, waren es im vergangenen Jahr 24 Millionen. Damit hat sich Berlin im neunten Jahr in Folge besser als der Durchschnitt der deutschen Flughäfen entwickelt. Und das, so Schwarz, werde sich aller Voraussicht nach auch 2012 fortsetzen.

„Mit dem Sommerflugplan 2012 beginnt für die Hauptstadtregion der beste Sommer aller Zeiten.“ Die Fluggesellschaften würden ihr Streckenangebot mit der Eröffnung von BER deutlich ausbauen. Beispiel Air Berlin – mit einem Marktanteil von 33 Prozent die Nummer 1 am Standort Berlin: statt 662 Abflügen pro Woche im Sommer 2011 soll es bis zu 750 Abflüge geben. Mit dem bevorstehenden Beitritt von Air Berlin in die internationale Luftfahrtallianz Oneworld wird BER drittgrößter Oneworld-Flughafen in Europa – nach London-Heathrow und Madrid. Air Berlin verzeichnet heute 7,9 Millionen Gäste pro Jahr. Bis 2020 soll das Passagiervolumen auf 12 bis 13 Millionen steigen.

Beispiel Lufthansa: statt 362 Abflügen pro Woche im Sommer 2011 wird es 543 Abflüge geben. Auch Easyjet, Condor, Norwegian und Turkish Airlines haben bereits Pläne bekannt gegeben, die Zahl ihrer Flüge zu erhöhen. Mit TAP Air Portugal kommt eine weitere Airline nach Berlin. „Die Ausbauzusagen unserer größten Airlines machen es deutlich“, so Schwarz: „Mit dem Flughafen Berlin Brandenburg betritt ein dritter großer Player den deutschen Markt.“

Was Schwarz hoffnungsfroh macht: Die Flughäfen Frankfurt am Main sowie München mit 56,5 beziehungsweise 37,7 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr sind zwar deutlich größer als Berlin – verdanken ihr Mehr an Passagieren aber hauptsächlich den Umsteigereisenden.

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