IT im Einsatz
Tablet und Smartphone im Test der Logistiker

Die Einbindung mobiler Endgeräte kommt auch für die Logistikbranche in Frage. Aber wie? In einer Studie testen Lagerarbeiter den Einsatz von Tablet-PC und Smartphones. Verbesserungsbedarf gibt es in jedem Fall.
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KölnWie können Logistikexperten Cloud-Computing nutzen? Und wie können sie mobile Endgeräte einbinden? Laut aktueller Studie „IT in der Logistik“, die von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Auftrag gegeben wurde, sind das derzeit zwei zentrale Herausforderungen der Branche. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat für die Analyse 208 Interviews mit Anwendern und Anbietern geführt.

38 Prozent der Anbieter von Logistik-Software haben Programme für Mobilgeräte wie Tablets und Smartphones. Beide seien auf dem Vormarsch. Denn sie werden immer leistungsfähiger – und die Hersteller rücken den Einsatz im industriellen Bereich stärker in den Fokus. Smartphones sind in der Lage, Barcodes und RFID-Tags zu lesen und zu verarbeiten. Eingebunden in das Firmennetzwerk könnten Smartphones beispielsweise gut in einem Lager eingesetzt werden, heißt es in der Studie.

Noch gibt es freilich Verbesserungsbedarf. So sind die kleinen Oberflächen nicht für alle komplexen Darstellungen geeignet – wenn es etwa um Lagerverwaltungs-Software geht. Auch sind die meisten Smartphones für den privaten Gebrauch konzipiert, ein Fallenlassen rächt sich. „Für einen Einsatz im Lager sind sie meist nicht robust und nicht zuverlässig genug“, sagt Stephan Grolimund, Vizepräsident beim Logistiker Kühne + Nagel.

Anwendungsgebiete sieht Grolimund dennoch – vor allem im Personalbereich. „Kommissionierer können mit mobilen Endgeräten zum Beispiel ihre Einsatzzeiten und ihr Arbeitspensum planen.“ Laut Studie besitzen 70 Prozent der Programme solche Funktionen. Fast alle Lagerverwaltungs-Programme sind mittlerweile in der Lage, Lieferaufträge und Auftragsfreigaben zu verarbeiten.

Der Trend hin zu Anwendungen aus der Datenwolke erfasst auch die Logistik. Laut BVL-Studie werden mittlerweile vier von fünf Lagerverwaltungssystemen über den Web-Browser bedient. „Cloud-Computing wird als Meilenstein einer adäquaten technologischen Entwicklung gesehen“, sagt Studienleiter Michael ten Hompel, Leiter des Fraunhofer IML.

Doch einige Logistiker haben noch Berührungsängste: „Die Unternehmen halten Cloud-Anwendungen für unsicher und wenig zuverlässig“, meint Stephan Grolimund. Er hält die Bedenken für unbegründet. Gegenüber herkömmlichen Lager-Anwendungen sieht der Kontraktlogistik-Spezialist ein Einsparpotenzial von bis zu 25 Prozent, wenn man Software aus der Datenwolke nutzt.

Andreas Schulte
Andreas Schulte
Pressebüro JP4, Richard-Wagner-Str. 10-12, 50674 Köln

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