Neues Milliardenangebot
UPS hält an TNT-Übernahme fest

Der Paketdienst UPS möchte weiterhin den Konkurrenten TNT Express schlucken. Bis zum 11. Mai soll es ein neues Angebot geben. Den ersten Vorschlag über fünf Milliarden Dollar hatten die Niederländer abgelehnt.
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Atlanta/HoofddorpDer US-Paketdienst UPS lässt bei der geplanten Übernahme des europäischen Konkurrenten TNT Express nicht locker. Derzeit fänden konstruktive Gespräche mit den Niederländern statt, teilte der US-Konzern am Freitag in Atlanta mit. Dabei gehe es um die Übernahme des kompletten Aktienkapitals. TNT hatte die erste Offerte der US-Amerikaner vor knapp einem Monat zurückgewiesen. Damals bot UPS für den zweitgrößten Paketdienst Europas insgesamt 4,9 Milliarden Euro oder neun Euro je Anteilschein. Inzwischen wird das Papier an der Amsterdamer Börse bereits für rund 9,26 Euro gehandelt.

Sollte die Übernahme gelingen, muss sich Europas Platzhirsch, Deutsche Post DHL, möglicherweise auf härtere Konkurrenz einstellen. TNT Express war erst 2011 nach der Aufspaltung von TNT in die Express- und Briefsparte entstanden. Der Briefzusteller PostNL ist nun mit knapp 30 Prozent größter Anteilseigner von TNT Express. Das Unternehmen kämpfte zuletzt operativ mit Problemen und Verlusten. Der Aktienkurs sank seit der Abspaltung im vergangenen Jahr deutlich. Aus diesem Grund hatte es unter den Investoren zuletzt immer wieder Rufe nach einem größeren Partner gegeben.

Im vergangenen Jahr steigerte TNT Express den Umsatz um rund drei Prozent auf 7,2 Milliarden Euro um, rutschte allerdings unter dem Strich mit 270 Millionen Euro tief in die Verlustzone. UPS lieferte dagegen Rekordzahlen ab. Der Umsatz stieg 2011 um rund sieben Prozent auf 53 Milliarden US-Dollar (40 Milliarden Euro), der Gewinn legte um 14 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zu.

UPS erwirtschaftet den Großteil seiner Gewinne in den USA - gegen harte Konkurrenz wie FedEx . Eine Übernahme von TNT Express wäre eine gute Möglichkeit, um das Europa-Geschäft auf einen Schlag deutlich auszubauen. Das Geschäft in Europa wird vor allem von der Deutsche-Post-Sparte DHL dominiert. UPS mit den markanten braunen Auslieferungswagen ist allerdings auch schon seit 1976 in Deutschland vertreten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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