Schiffsbauer: KfW-Bank stützt die Werften

Schiffsbauer
KfW-Bank stützt die Werften

Weil Geschäftsbanken vor der Schiffsfinanzierung zurückschrecken, springt immer öfter die staatliche KfW in die Bresche. Ihr Kreditvolumen hat sie dadurch stark aufgebläht.
  • 1

FrankfurtDer Schiffbau in Deutschland leidet unter dem Rückzug vieler Banken. Die traditionellen Kreditgeber sind skeptisch, weil die Frachtraten geschrumpft sind und der Welthandel lahmt. Deshalb bremsen sie ihre Neuengagements. Darunter leidet eine Branche, in der allein die zehn größten Werften fast 15.000 Menschen beschäftigen.

So war die HSH Nordbank früher einer der international größten Schiffsfinanciers. Doch nachdem das Institut während der Finanzkrise mit Steuergeldern und Bürgschaften gerettet wurde, hat die EU-Kommission in Brüssel die Schiffsfinanzierung der HSH Nordbank auf 15 Milliarden Euro gedeckelt. Darunter leidet das Neugeschäft der HSH Nordbank. Die Finanzierung von Großfähren und Kreuzfahrtschiffen wurde der Bank ganz untersagt. Auch wenn ein HSH-Sprecher betont, die Schiffsfinanzierung bleibe Kerngeschäft, schrumpft der Kredittopf für Reeder und Werften.

Während die HSH Nordbank ihre Kreditbremse von der EU verordnet bekam, steigen andere Banken aus, um ihre Eigenkapitalbasis an die schärferen Vorgaben der Europäischen Bankenaufsicht anzupassen.

So kündigte die italienische Großbank Unicredit jüngst an, dass sie die Schiffsfinanzierung nicht mehr zu ihrem Kerngeschäft zählt. Viele Kredite würden nach dem Ende ihrer Laufzeit nicht mehr erneuert, sagte eine Sprecherin. Die Unicredit ist mit einem Kreditbuch von neun Milliarden Euro bisher einer der zehn größten Schiffsfinanziers.

Und auch die Norddeutsche Landesbank, die gemeinsam mit ihrer Tochter, der Bremer Landesbank, mit 18 Milliarden Euro Kreditvolumen international ganz oben mitspielt, hat ihr Neugeschäft im vergangenen Jahr reduziert, wie ein Sprecher bestätigt.

Besonders die Frachtschifffahrt leidet unter der schwachen internationalen Konjunktur und dem Druck auf die Frachtraten. „Salopp formuliert kann man sagen, wenn die Entwicklung anhält, geht jeden dritten Tag eine Ein-Mann-Schiffsgesellschaft über die Wupper“, so ein Hamburger Bankier zur Lage im Norden.

In diese Lücke wird immer häufiger die staatseigene Förderbank KfW gezwungen. Seit 2011 gehe praktisch kein Großschiff mehr in den Export, ohne eine Finanzierung der KfW, beschreibt KfW-Vorstand Norbert Kloppenburg dem Handelsblatt die Situation. So hat allein die KfW über ihre Tochter Ipex vergangenes Jahr 40 Schiffsneubauten und 100 bestehende Flotten mitfinanziert. Auch Bernhard Meyer, Chef der gleichnamigen und auf Luxusliner spezialisierten Werft im schleswig-holsteinischen Papenburg, ist alarmiert: „Die Finanzierung der Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft ist ohne das Engagement der KfW Ipex-Bank kaum realisierbar.“ Die Zahl der mit der Ipex-Bank in den vergangenen Jahren finanzierten Schiffe liege inzwischen allein bei seiner Werft bei über 30, so Meyer.

Kommentare zu " Schiffsbauer: KfW-Bank stützt die Werften"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Dear Sir,
    da die Wadan-Werft bereits im Jahre 2009 insolvent wurde und gegenwärtig in Wismar auch keine Containerschiffe gebaut werden, würde sich einen Aktualisierung Ihres Bildmaterials anbieten.

    MfG

    E.K.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%