Trotz Concordia-Unglück
Reedereien freuen sich über Boom bei Kreuzfahrten

Nach dem Unglück auf der „Costa Concordia“ brachen die Buchungszahlen für Kreuzfahrten ein - nur ein kleiner Dämpfer. Die Reedereien erwarten wieder Buchungsrekorde. Doch die Image-Krise ist noch nicht überwunden.
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Miami, BerlinBergungsfirmen arbeiten immer noch daran, das Wrack der Mitte Januar gekenterten „Costa Concordia“ aufzurichten. Die 2400 Tonnen Schiffsdiesel sind noch nicht komplett aus dem Rumpf gepumpt. Erst gestern wurden fünf weitere Leichen identifiziert. Doch fast so, als sei nichts geschehen, bereiten die Topmanager der führenden Kreuzfahrt-Reedereien längst wieder die weitere Eroberung der Weltmeere vor. „Wir haben viele Gründe, selbstbewusst in die Zukunft zu blicken“, sagte Howard Frank, Vorstand des Costa-Mutterkonzerns Carnival, gestern auf der Kreuzfahrtkonferenz „Cruise Shipping“ in Miami.

Nur zwei Monate nach der Schiffskatastrophe erwartet der Topmanager des Unglückskonzerns neue Fahrgastrekorde für die Branche. „2011 hatten wir weltweit 16 Millionen Fahrgäste – das war ein Rekord, und wir rechnen damit, dass es in diesem Jahr neue Rekorde gibt“, verkündet Frank. Auch die Marke Costa werde zurückkommen. Doch die Image-Krise ist noch nicht vorüber und neue Risiken lauern.

Überzeugen müssen die Reeder vor allem die Urlauber, die noch nie auf einer Kreuzfahrt waren. „Hier gibt es mehr Bedenken und die Zurückhaltung ist größer“, sagt Berater Helge Grammerstorf, der sich auf die Kreuzfahrtindustrie spezialisiert hat. Direkt nach dem Unfall waren die Buchungen sowohl bei Carnival als auch bei vielen anderen Konkurrenten eingebrochen. Costa verzeichnete ein Minus von rund 80 Prozent, wie Carnival Ende vergangener Woche mitteilte.

Doch für die Kreuzfahrtanbieter mehren sich die Anzeichen, dass das Schlimmste vorüber sein könnte. „Der Februar war problematisch für viele Reedereien. Im März ziehen die Buchungen weltweit schon wieder an“, sagt Berater Grammerstorf.

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