Daimler steigt bei BAIC ein
Auf Kuschelkurs mit dem Staatsbetrieb

Daimler bekommt grünes Licht für einen Einstieg beim chinesischen Partnerunternehmen BAIC. Die Freude der Chinesen ist groß: „Nichts wird uns jemals trennen können“, schwärmt BAIC-Chef Xu Heyi.
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PekingDer Autohersteller Daimler baut seit Montag nahe der chinesischen Hauptstadt Peking nicht nur Autos, sondern auch die nötigen Motoren dazu. „Die Produktion vor Ort wird uns im Wettbewerb stärker machen“, sagt China-Vorstand Hubertus Troska bei der Eröffnung des Werkes. Die Kapazität der neuen Fabrik liegt bei rund 300.000 Motoren pro Jahr. Daimler und sein chinesischer Partner haben dafür 400 Millionen Euro ausgegeben. Bisher hat Daimler Motoren ausschließlich in Deutschland gefertigt.

Ebenfalls eine Neuerung, die früher undenkbar gewesen wäre: Daimler baut das Herzstück seiner Autos nun mit einem chinesischen Partnerunternehmen zusammen. Das Werk gehört zur Hälfte dem Pekinger Staatsbetrieb Beijing Automotive Industry Holding (BAIC). Mit den Chinesen wird Daimler also künftig sein Ingenieurwissen über den Motorenbau teilen.

Die Zusammenarbeit mit BAIC wird Daimler nochmals vertiefen. Im Februar hatten die Stuttgarter bereits angekündigt, sich mit zwölf Prozent an der Tochtergesellschaft BAIC Motor beteiligen zu wollen. Das Vorhaben einer Kapitalverflechtung hatte sich wegen regulatorischer Prüfungen verzögert.

Am heutigen Dienstag hat Daimler grünes Licht für den Einstieg von der Zentralregierung bekommen. „Das strategische Investment stellt unsere langfristige Bindung an China und unsere Partner unter Beweis“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. Daimler wird künftig 51 Prozent am Joint Venture mit BAIC für den Vertrieb halten. BAIC kontrolliert im Gegenzug 51 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens für die Produktion.

Zum ersten Mal steigt damit ein ausländischer Autohersteller bei einem chinesischen Partner ein - bisher galten gerade Staatsunternehmen als weitgehend unzugänglich. Dem Vernehmen nach soll Daimler nun sogar zwei Sitze im Verwaltungsrat von BAIC erhalten. Die Freude der Chinesen ist groß: „Nichts wird uns jemals trennen können“, schwärmte BAIC-Chef Xu Heyi am Montag.

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