Jimdo-Chef Christian Springub
Expansion: Was für Start-ups wirklich dahinter steckt

Wer sein Glück im Ausland sucht, hofft auf mehr Erfolg, Wachstum und neue Kundschaft. Doch eine Expansion ist kein Zuckerschlecken, weiß Jimdo-Gründer Christian Springub: „Sie bedeutet vor allem eine Menge Arbeit.“
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HamburgDie Grundregel für eine erfolgreiche Internationalisierung lautet: Einsicht. Nämlich die, dass man andere Märkte nicht versteht. Das ist die erste und zugleich wichtigste Sache, die sich Gründer klar machen müssen, bevor sie sich auf internationalen Expansionskurs begeben. Wer das ignoriert, droht schnell zu Scheitern.

Weder Übersetzungs-Agenturen noch ein zweiwöchiger Urlaub können einem die nötige Kenntnis über den fremden Markt vermitteln. Hat man dies akzeptiert, kann es losgehen: Unterstützung von jemandem suchen, der den Markt versteht. Das bedeutet vor allem loslassen, und zwar sehr viel schneller als in anderen Bereichen.

Man braucht einen Experten in der jeweiligen Sprache, der Kultur, den Traditionen und dem Markt. Diese Person ist Auge und Ohr in dem jeweiligen Markt und muss wichtige Entscheidungen treffen, die richtig für den Markt sind und nicht unbedingt mit den bisherigen Konzepten im Start-up übereinstimmen.

Vielleicht erwarten die Kunden in einem Markt, immer am Telefon zu verhandeln und einen Rabatt zu bekommen, wohingegen in anderen Ländern generell nur Mengenrabatte gegeben werden. Das erfordert viel Vertrauen, um lokale Anpassungen jeglicher Art zu akzeptieren.

Kommunikation und Komplexität überall. Sobald ein Start-up expandiert, wird alles sehr viel komplizierter und aufwändiger. Jede neue Entwicklung und jede Änderung muss kommuniziert, übersetzt und lokalisiert werden. Oft verzögert das den „time-to-market“ und kann damit einen Wettbewerbsnachteil und Frust
innerhalb des Teams mit sich bringen.

Abgesehen von den Schwierigkeiten wird die Expansion natürlich auch belohnt. Expansion bietet Sicherheit: Kriselt ein Markt oder läuft nicht richtig gut an, so gibt es andere Märkte als zusätzliche Standbeine. Außerdem können Erfahrungen aus Märkten in andere Märkte transportiert werden oder riskante Änderungen in kleineren Märkten ausprobiert werden.

Und zu guter Letzt: Expansion macht unglaublich viel Spaß. Mit vielen verschiedenen Menschen aus der ganzen Welt zusammenzuarbeiten erzeugt Kreativität und Offenheit. Also, ausprobieren, auf den einen anderen Kultur-Clash gefasst machen und nicht vergessen: Man hat von den anderen Märkten keine Ahnung.
Ein kleiner Tipp zum Abschluss: Internationales Personal in Deutschland zu finden, ist leichter als man denkt. Gerade in größeren Städten gibt es immer mehr Leute aus anderen Ländern, die oft wegen einer Beziehung, des Studiums oder aus Abenteuerlust in Deutschland gelandet sind.

Wenn eine Firma Jobs anbieten kann, bei dem diese Menschen einerseits in eine deutsche Firma eingebunden sind, aber gleichzeitig in ihrer Kultur und Sprache arbeiten können (und so den Kontakt nicht verlieren), findet man sehr schnell zufriedene und hoch motivierte Mitarbeiter.

Dieser Artikel ist Bestandteil unseres Specials „Über Grenzen expandieren: Märkte erobern“, in dem wir einen Expansionscheck bieten und informieren, worauf Unternehmer beim Gang ins Ausland achten müssen.

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Weltweite Nachfrage steigt

Standort Taiwan - Deutsche Hightec-Textilien für Autos in ganz Asien

Vor der WM - deutsche Getränkeanlagen für Brasilien

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Am günstigsten der zehn teuersten Städte ist für so genannte „Expats“ (Menschen, die für ihre Firma ins Ausland gehen) laut der Mercer-Studie „Cost of Living Survey 2014“ Shanghai. Doch auch diese Stadt ist teurer geworden: 2013 rangierte sie noch auf Platz 14. Die bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik China bietet laut dem Internetportal expatistan.com ein Mittagessen im Geschäftsviertel für umgerechnet 8 Euro. Ein Liter Milch kostet 2,93, ein Kilo Tomaten 1,47 Euro. Für eine etwa 85 Quadratmeter große möblierte Wohnung in einem schicken Stadtteil muss man monatlich etwa 1.986 Euro Miete berappen. Ein Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr kostet etwa 32 Euro, Eine Packung Marlboro-Zigaretten 2,40 Euro. Die Zahlen für die Mercer-Studie Cost of Living Survey 2014 wurden im März 2014 ermittelt. Die Devisenkurse und der Umfang von Waren und Dienstleistungen des Monats März bilden die Grundmesswerte dieser Studie. Das Beratungsunternehmen Mercer veröffentlicht jährlich ebenso Studien zur Lebensqualitität und Sicherheit in Weltmetropolen. Quelle: AFPAutomobilindustrie: Zulieferer wachsen mit den HerstellernEs sind Familienunternehmen wie der Wälzlagerspezialist Schaeffler, die mit der Globalisierung zu Exportriesen geworden sind. Mit einer operativen Rendite vor Zinsen und Steuern von gut 13 Prozent und mehr als elf Milliarden Euro Jahresumsatz gehören die Franken zu den führenden Autozulieferern weltweit. Dank der internationalen Nachfrage steigerte Schaeffler den Umsatz im Autogeschäft in den ersten neun Monaten um gut sieben Prozent. Die deutschen Autozulieferer erwirtschafteten 2012 fast 25 Milliarden Euro Auslandsumsatz. Sie folgen den Herstellern um den Globus: 2012 bauten die Deutschen 8,2 Millionen Autos im Ausland, 5,4 Millionen im Inland. Viele Teile für die im Ausland gefertigten Wagen kommen aus Deutschland. Als Faustregel gilt, dass drei neue Jobs im Ausland einen im Inland schaffen. Quelle: dpa
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