So makaber und tragisch die Umstände sind: Ein bessere Werbung hätten sich die Ski-Helmproduzenten und Sportartikelhändler nicht ausdenken, geschweige denn bezahlen können.
„Nur der Helm rettete Althaus“ titelt der „Tagesspiegel“ http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Dieter-Althaus-Skiunfall;art122,2696542 . Eine 41-jährige, gut trainierte Sportlehrerin und Mutter von vier Kindern prallte mit dem thüringischen 50-jährigen Politiker zusammen, der – so die Presse – nur dank seines Helms überlebte. Die Mutter starb noch auf dem Weg zur Unfallklinik. Krasser hätte der Vergleich der beiden erfahrenen Skifahrer nicht ausfallen können. Und weil die Unfallursache unklar ist, wird nun seit seit drei Tagen unablässig quer durch die Publikumspresse egal ob in Zeitungen, TV und Rundfunk, spekuliert – zur Freude der Sportgeschäfte und der Wintersportindustrie.
Zugegeben, sinnvoll scheint die Helmpflicht auf der Piste ja zu sein: „Jahr für Jahr kommen auf den Skipisten in Österreich und in den übrigen Alpenregionen Dutzende Menschen bei solchen Unfällen ums Leben. 21 Ski-Tote zählten die Statistiker in der vergangenen Saison allein in der Alpenrepublik. Rund 60.000 erlitten Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten - mehr als 5000 davon am Kopf. Erst in der vergangenen Woche wurde im Salzburger Skigebiet von Mittersill ein 57-jähriger Mann aus Thüringen getötet. Er krachte ohne Helm bei hoher Geschwindigkeit mit einem Schüler zusammen, dessen Kopf durch einen Helm geschützt war. Es ist anzunehmen, dass Althaus nur deshalb am Leben blieb, weil er den Rat der Experten befolgte und einen Schutzhelm trug. Verletzungen kann jedoch auch diese dämpfende Hülle angesichts immer höherer Geschwindigkeiten auf der Piste nicht völlig verhindern. Insgesamt haben die Statistiker aber in den vergangenen Jahren eine deutliche Zunahme der "Helmträger" notiert. Im Jahr 2007 war insgesamt bereits jeder zweite Ski-Verletzte durch einen Sturzhelm geschützt“ schreibt der Berliner „Tagesspiegel“ heute.
Der Vergleich mit dem anderen Verunglückten eine Woche vorher, dem 57-Jährigen, zeigt, dass es eines so prominenten Opfers bedarf, um schlagartig für Popularität zu sorgen – und der Helmindustrie für ein verspätetes Weihnachtsgeschenk zu bescheren.
Und die Politiker, die prompt nach neuen Gesetzen rufen, sind natürlich auch nicht weit, laut „Tagesspiegel“: „Nach dem Skiunfall forderten Sport- und Gesundheitspolitiker nun eine gesetzliche Helmpflicht für Skifahrer. Peter Danckert (SPD), Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses, sagte "Bild.de": "Ich bin hundertprozentig für eine Helmpflicht. Am besten wäre ein solches Gesetz europaweit."
Was das erst für ein Geschenk für die Sportartikelindustrie wäre.


