Ex-UBS-Banker
Italien liefert Raoul Weil an USA aus

Im Oktober wurde der Ex-USB-Banker Raoul Weil in Bologna verhaftet. Nun willigte der Schweizer ein, an die US-Behörden ausgeliefert zu werden. Er muss sich einem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung stellen.
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BolognaNach fast zwei Monaten in einem italienischen Gefängnis wird der frühere UBS -Spitzenbanker Raoul Weil an die USA ausgeliefert. Der Schweizer habe das Gefängnis Dozza in Bologna verlassen, erklärten einer seiner Anwälte und ein Justizvertreter übereinstimmend am Freitag. Dem Justizvertreter zufolge befindet sich Weil bereits auf dem Weg in die USA. Am Montagvormittag soll er vor dem US-Bezirksgericht in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida erscheinen, wie aus Gerichtsunterlagen hervorging.

Der 54 Jahre alte Weil war im Oktober verhaftet worden, als er mit seiner Frau in Bologna in einem Nobelhotel Ferien machte. Im vergangenen Monat willigte er in seiner Auslieferung in die USA zu, die ihn 2008 angeklagt und 2009 international zur Verhaftung ausgeschrieben hatten.

In Florida muss sich der frühere Chef des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der größten Schweizer Bank einem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung stellen. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Weils amerikanischer Anwalt Aaron Marcu von der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer wollte sich zu der Auslieferung nicht äußern.

Die Amerikaner werfen Weil vor, zwischen 2002 und 2007 rund 17.000 reichen Amerikanern dabei geholfen zu haben, Vermögen im Wert von 20 Milliarden Dollar vor dem Fiskus zu verstecken. Sein damaliger Arbeitgeber UBS, der mit dem gleichen Vorwurf konfrontiert war, konnte sich 2009 mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar und der Lieferung von rund 4500 Kundennamen von einer Strafverfolgung freikaufen und ist nicht weiter betroffen. Weil, der 2008 bei UBS ausschied, ist der ranghöchste Manager einer Schweizer Bank, der in der US-Steueraffäre vor Gericht gestellt wird. Seit die Vorwürfe gegen ihn auf dem Tisch sind, ließ Weil wiederholt durch seine Anwälte erklären, er sei unschuldig und die Vorwürfe gegen ihn seien vollkommen ungerechtfertigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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