"Wetten, dass..."-Ausstieg: Gottschalk geht - und bleibt erhalten

"Wetten, dass..."-Ausstieg
Gottschalk geht - und bleibt erhalten

Mit seinem typischen Augenzwinkern erklärte Thomas Gottschalk am Wochenende seinen schrittweisen Rückzug von der ZDF-Show „Wetten, dass...?“. Doch dem Fernsehen und der Werbeindustrie wird der Entertainer erhalten bleiben.
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DüsseldorfZum Abschied hat es Thomas Gottschalk noch einmal allen gezeigt. Knapp 10,6 Millionen Zuschauer sahen am Samstag seine ZDF-Show „Wetten, dass...?“ und seine Abschiedserklärung. Mit einem Augenzwinkern – so, wie die Zuschauer den Moderator kennen. Es ärgere ihn schon ein bisschen, dass Hosni Mubarak ihn „knapp geschlagen“ habe, sagte er in Anspielung auf den 1981 ins Amt gekommenen, gerade zurückgetretenen ägyptischen Machthaber. Gottschalk moderierte die ZDF-Show mit kurzer Pause seit 1987.

Die Entscheidung, aus der Sendung auszusteigen, kam nicht überraschend. Seit Tagen wurde spekuliert, dass der 60-jährige Entertainer bald die Konsequenzen aus dem Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch ziehen werde. Gottschalk bleibt im Geschäft. Man könnte auch sagen: Der Unterhalter tritt ab, der Unternehmer bleibt.

Der populäre Franke wird dem Fernsehen und der Werbeindustrie erhalten bleiben. „Thomas Gottschalk wird uns weiter für Tele 5 und ATV dienen“, sagte Medienunternehmer Herbert Kloiber dem Handelsblatt. Die im Herbst 2006 unterzeichnete Allianz läuft laut Kloiber weiter. Gottschalk hatte bisher beispielsweise vom Wiener Opernball berichtet und ist als Filmkolumnist und Live-Talker engagiert.

Auch beim ZDF wird der umtriebige Entertainer und gelernte Hauptschullehrer, der zwischen dem kalifornischen Millionärsparadies Malibu und Schloss Marienfels am Rhein pendelt, präsent sein. Nach ZDF-Angaben wird er weiter eine Spendengala, die Verleihung „Echo Klassik“ und drei „Wetten, dass...?“-Rückblicke moderieren. Das erlauben auch die Verträge mit Kloiber.

Man kannte Gottschalk als Unternehmer vor allem im Duo mit seinem Bruder Christoph, über den Werbeverträge beispielsweise mit der Post eingefädelt wurden. Doch aus der gemeinsamen Münchener Firma Dolce Media ist er im Streit ausgestiegen – angeblich weil er sich über das Geschäftsgebaren seines Bruders ärgerte.

Den Vermarktungsvertrag bei Dolce Media hat Thomas Gottschalk nicht mehr verlängert, als Werbeikone arbeitet er wieder auf eigene Rechnung. Zum Beispiel mit seinem 1991 geschlossenen Werbevertrag für Haribo. Mit dem hat er es immerhin in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

 

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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