48-Jähriger übernimmt Spitze des VW-Gesamtbetriebsrats
Bernd Osterloh - Der Große mit dem roten Herzen

Als Klaus Volkert am vergangenen Donnerstag die stehenden Ovationen der VW-Belegschaft nach 15 Jahren an der Spitze des Gesamtbetriebsrats entgegennimmt, ist seinem Sitznachbarn sicher mulmig zumute.

HB FRANKFURT. Für den groß gewachsenen Mann mit dem lichten Haar bedeutet der Rücktritt Volkerts zwar einen frühzeitigen Karriereschub. Aber Bernd Osterloh weiß schon am Morgen, dass im Laufe des Tages eine Bombe platzen wird.

Denn nicht Altersgründe, wie Volkert in der Betriebsversammlung sagt, sind dafür maßgeblich, dass der 62-Jährige abtritt und für seinen designierten 48-jährigen Nachfolger Osterloh frühzeitig das Feld räumt. Sondern die mögliche Verstrickung in die Affäre um Tarnfirmen und Schmiergelder, in deren Zentrum der ehemalige Skoda-Personalchef Helmuth Schuster steht.

Nun wird es an Osterloh liegen, „zu retten, was zu retten ist“, wie es ein Mitstreiter formuliert. Am morgigen Dienstag wird er zum Chef eines der einflussreichsten Betriebsräte der Republik gewählt, an die Spitze der VW-Arbeitnehmervertretung.

Schon seit dem vergangenen Sommer, als er Volkerts Vize wurde, galt Osterloh als Kronprinz. Doch eigentlich sollte er das Gremium erst ab dem kommenden Frühjahr leiten. Nun darf er früher ran und seine Qualitäten als Krisenmanager beweisen. Osterloh, ein zupackender Mensch, nimmt die Herausforderung an.

Er wird es sein, der in den kommenden Wochen den verursachten Vertrauensverlust für das Gremium wieder wettmachen muss. Dass er es schaffen kann, daran zweifeln weder seine Kollegen von der Gewerkschaft noch die Arbeitgeberseite. Denn Zaudern ist seine Sache nicht.

Osterloh, der in Anzug und mit Krawatte den neuen Typ des Arbeitnehmer-Managers verkörpert, war nie einer, der Verantwortung gescheut hat. Allein seine Größe von über 1,90, sein leicht kantiges Gesicht, das durch die Glatze noch markanter wirkt, verschaffen ihm Präsenz. Wenn er redet, fixiert er sein Gegenüber mit den Augen, setzt bei der Gestik seine großen Hände zur Untermauerung seiner Thesen ein. Seine Körpersprache verrät: An ihm kommt man nicht leicht vorbei.

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