5,1 Millionen in 2006
Dieter Zetsche wird zum Topverdiener

Der Aufsichtsrat stellt Daimler-Chrysler-Boss Dieter Zetsche ein gutes Zeugnis für sein erstes Jahr an der Spitze des Autokonzerns aus. 5,1 Millionen Euro hat der Vorstandschef für das Jahr 2006 erhalten. Der Großteil der Vergütung stammte aus leistungsabhängigen Bezügen.

STUTTGART. Das Grundgehalt Zetsches beträgt 1,5 Millionen Euro. In den Augen des Aufsichtsrats hat Zetsche die vorgegebenen Ziele erfüllt. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor, der erstmals die Einkünfte des Vorstands auflistet.

Als Chef des größten deutschen Industriekonzerns reiht sich Zetsche mit seinem Salär in die Riege der Spitzenverdiener unter den deutschen Wirtschaftsbossen ein. Andere deutsche Topmanager wie Puma-Chef Jochen Zeitz mit einem Salär von 7,17 Millionen Euro und der scheidende RWE-Chef Harry Roels mit zwölf Millionen Euro verdienten aber im vergangenen Jahr noch besser.

In den Augen der meisten Daimler-Anleger dürfte Zetsche sein Geld wert gewesen sein. Seit der Bekanntgabe des Führungswechsels an der Daimler-Spitze am 28. Juli 2005 stieg die Marktkapitalisierung des Daimler-Konzerns an der Börse auf rund 55 Milliarden Euro – innerhalb von anderthalb Jahren wurden die Daimler-Aktionäre um rund 15 Milliarden Euro reicher.

Allerdings verdankt Zetsche diese Bilanz vor allem den Spekulationen über eine Trennung von der von ihm selbst einst sanierten US-Sparte Chrysler. Sie waren es, die die Daimler-Chrysler-Aktie in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit sieben Jahren katapultierten.

Zetsche hatte Mitte Februar ein hartes Sanierungsprogramm für die US-Sparte vorgestellt, aber auch angekündigt, „weitere strategische Optionen“ zu prüfen – und damit erstmals eine Auflösung der 1998 geschlossenen Ehe mit dem US-Partner nicht mehr ausgeschlossen. Der damit ausgelöste Kurssprung der Daimler-Aktien wird sich aber frühestens im nächsten Jahr in den Bezügen der Vorstände widerspiegeln.

Dennoch braucht sich die oberste Führungsebene von Daimler auch im vergangenen Jahr mit ihren Bezügen nicht zu verstecken. Insgesamt kassierte der von zwölf auf neun Personen verkleinerte Daimler-Vorstand rund 20,53 Millionen Euro – nach 34,9 Millionen Euro im Vorjahr. Damals war noch Zetsche-Vorgänger Jürgen Schrempp an Deck, der nach Schätzungen von Ernst & Young rund zehn Millionen Euro erhielt.

Im vergangenen Jahr lag der Chef der defizitären US-Sparte Chrysler, Tom LaSorda, mit einem Salär von 2,4 Millionen Euro bei den Vorstandsbezügen auf Platz zwei hinter Zetsche. Am wenigsten verdiente der für Einkauf zuständige Vorstand Thomas Sidlik, der nur 1,6 Millionen Euro erhielt.

Mit der Offenlegung der Managergehälter folgt Daimler der neuen Gesetzeslage, die vorsieht, dass ab diesem Jahr alle Dax-Unternehmen die Bezüge ihrer Vorstände publik machen müssen. Zetsche war bereits auf der Hauptversammlung im April 2006 in die Offensive gegangen und hatte erstmals die Struktur seiner künftigen Bezüge offen gelegt.

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