53-Jähriger ist Kandidat des Sparkassenlagers: WestLB beruft Emmerich in den Vorstand

53-Jähriger ist Kandidat des Sparkassenlagers
WestLB beruft Emmerich in den Vorstand

Der Aufsichtsrat der WestLB AG hat bei seiner außerordentlichen Sitzung am Montag wie erwartet Norbert Emmerich in den Vorstand berufen. Der 53jährige sei „Wunschkandidat von Aufsichtsrat und Vorstandsvorsitzendem für die neue WestLB“.

HB DÜSSELDORF. In Eigentümerkreisen hieß es, Emmerichs Berufung sei der zentrale Punkt auf der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung gewesen. Er gilt als Kandidat des Sparkassenlagers, um dessen Einfluss auf die WestLB es in der Vergangenheit immer wieder Auseinandersetzungen gegeben hatte.

Zunächst hatte es in Branchenkreisen geheißen, dass der Aufsichtsrat Emmerich am 17. Februar in den Vorstand bestellen wolle. Später hieß es dann, dies werde wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt geschehen. Dann wurde aber die außerordentliche Sitzung des Gremiums einberufen. Anlass für das Hin und Her bei der Berufung seien Indiskretionen im Zusammenhang mit Emmerich gewesen, hatte es geheißen. Dieser war in mehreren Presseberichten bereits Anfang Januar als neues Vorstandsmitglied mit Zuständigkeit für das Sparkassengeschäft benannt worden. Aufsichtsratschef Bernd Lüthje hatte darauf erklärt, der Aufsichtsrat sei über die Indiskretionen verärgert.

Der neue WestLB-Chef und ehemalige Deutsche Bank-Vorstand Thomas Fischer versucht seit seiner Amtsübernahme am 1. Januar 2004 das Düsseldorfer Kreditinstitut aus der Krise zu führen, in das es unter anderem wegen waghalsiger Auslandsaktivitäten geraten ist. Die WestLB hatte 2002 einen Vorsteuerverlust von 1,7 Mrd. Euro verbucht. Auch 2003 hatte das Institut nach früheren Angaben des Vorstands Verluste verbucht. Deren Höhe steht aber noch nicht genau fest. Angesichts der roten Zahlen ist bereits eine Debatte um eine erneute Kapitalerhöhung für die WestLB entbrannt.

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