A.T. Kearney-Studie
Industrielle Revolution in den Verwaltungen

Deutsche Industrieunternehmen werden nach einer Studie der Managementberatung A.T. Kearney in den kommenden fünf bis zehn Jahren mehr als 100 000 Arbeitsplätze in ihren Verwaltungen streichen. Aufzuhalten ist der Prozess nicht: Kollege Computer macht die Arbeit einfach billiger.

HB DÜSSELDORF. Besonders betroffen seien die Automobilindustrie sowie die Energie- und Versorgungsbranche, teilte A.T. Kearney am Dienstag in Düsseldorf mit. Grund des drohenden Stellenabbaus sei vor allem der Einsatz neuer IT-Systeme. Deshalb sei schon kurzfristig mit dem Wegfall von knapp 50 000 Arbeitsplätzen zu rechnen.

„Die Industrialisierung der Verwaltung ist ein schleichender Prozess, der bereits seit 15 bis 20 Jahren anhält“, sagte der Autor der Studie, Stephan Frettlöhr. Vor allem die Finanzabteilungen, IT- Mitarbeiter sowie das Personalwesen seien von der Rationalisierung betroffen. „Wir befinden uns mitten in einem Strukturwandel, der vergleichbar ist mit der industriellen Revolution zur vorigen Jahrhundertwende“, konstatierte Frettlöhr. Dieser Prozess sei weder umkehrbar noch zu verhindern. So würden bereits heute bis zu 95 Prozent der Rechnungen voll automatisch bearbeitet.

Eine Verlagerung der Verwaltung ins Ausland bringe dagegen nur kurzfristig Einsparungen für die Unternehmen. In Zukunft werden die Kosten für IT und Kommunikation die Ausgaben für das Personal übersteigen, prognostizierte Frettlöhr. Der Kostenvorteil durch einen Umzug in Niedriglohnländer werde sich daher in den kommenden zehn Jahren deutlich verringern. Die Studie basiert auf einer Analyse von etwa 150 deutschen Spitzenunternehmen der Branchen Automobilbau, Stahl, Pharma, Energie- und Versorgungswirtschaft, Chemie sowie Telekommunikation.

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