A-Tec Chef Mirko Kovats
Schwieriger Partner

Mirko Kovats ist bekannt dafür, dass er schnelle Entscheidungen liebt. „Bei Unternehmensrestrukturierungen denke ich nicht in Jahren, sondern in Quartalen“, sagte der Österreicher, als er im vergangenen Jahr die angeschlagene Schweizer Technologiefirma Unaxis übernahm.

WIEN. Dass das nicht nur bei der Frage gilt, wie etwas zu machen ist, sondern auch, wer es machen soll, stellt der Firmenchef, Mitinhaber einer Privatbank und Diskothekenbesitzer, derzeit unter Beweis: Kovats hat sich von Johannes Ditz, dem Vorstandschef seines Old-Economy-Imperiums A-Tec, getrennt und macht den Job nun selbst. Seit Januar gehen außerdem Kovats und sein Partner Ronny Pecik vorwiegend getrennte Wege. Offenbar bevorzugt es der Österreicher, wenn ihm in seinem Geschäft nicht allzu viele hineinreden.

Die Trennung von Ditz sorgt in Wien für Gesprächsstoff. Immerhin ist der Abgänger kein unbeschriebenes Blatt, sondern der ehemalige Wirtschaftsminister des Landes. Die Meinungsverschiedenheiten mit Kovats müssen gravierend sein, auch wenn die Trennung, wie es bei der A-Tec heißt, in „beiderseitigem Einvernehmen“ über die Bühne ging.

Ditz war erst seit dem 1. Februar im Amt. Eine Kündigung nach 35 Tagen dürfte selbst im Kovats-Imperium rekordverdächtig sein. Der Patron spricht gern von der 80-20-Regel: 80 Prozent der Entscheidungen müssen stimmen. Wenn der Rest in die Hose gehe, könne er das verschmerzen. Die Personalie Ditz dürfte zu diesem Rest gehören.

Beide waren unterschiedlicher Auffassung über die Strategie des Unternehmens, das mit seinen rund 7 000 Mitarbeitern in diesem Jahr einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaften und demnächst an die Börse gebracht werden soll. Möglich ist, dass Ditz nach zahlreichen Zukäufen konsolidieren wollte. Kovats dagegen soll schon wieder an einer Übernahme basteln und den rumänischen Zugmaschinenhersteller Electroputere im Visier haben.

Länger miteinander ausgehalten hatten es Kovats und sein Partner Ronny Pecik. Das Duo galt als Schreckgespenst von Firmenchefs und Verwaltungsräten. Als sich die beiden 2005 auf der Generalversammlung des Schweizer Unaxis-Konzerns in Luzern sehen ließen, schleuderte ihnen Verwaltungsratspräsident Markus Rauh entgegen: „Die Herren wollen besiegen, besetzen und einmarschieren.“ Es waren Rauhs letzte Worte in dieser Sache. Anschließend besetzten die Herren aus Österreich die Unaxis-Zentrale. Ein halbes Jahr ging die Zusammenarbeit gut. Dann kam die Trennung. Dabei soll Kovats der Behutsamere gewesen sein, während sein Partner bei Unaxis forscher ans Werk geht.

Wer dauerhaft zu ihm passe? Kovats hat diese Frage nie beantwortet.

Aber wahrscheinlich müsste so jemand Eigenschaften mitbringen, die er selbst verkörpern will. Er sei sparsam, hart, pingelig und fleißig, sagt der 58-jährige Wiener und fügt hinzu: „Sehr fleißig – allerdings nicht aus Leidensdruck.“

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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