Abgang
Plus-Chef Hürter verlässt den Discounter

Michael Hürter, Chef von Deutschlands drittgrößter Discountkette Plus ist nach Informationen des Handelsblatts völlig überraschend zurückgetreten. Eine Konzernsprecherin des Mutterunternehmens Tengelmann bestätigte den Bericht auf Anfrage. Zu den Gründen des Abgangs und Hürters beruflicher Zukunft machte sie keine Angaben. Hürter selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

HB DÜSSELDORF. Topmanager, die eng mit ihm zusammenarbeiten, zeigten sich überrascht. „Uns ist weder ein ungewöhnlicher Geschäftsvorfall noch ein Streit mit dem Gesellschafter bekannt geworden“, sagte ein Plus-Direktor dem Handelsblatt. Die Geschäftszahlen der Discountkette aus Mülheim/Ruhr, die mit 9,3 Milliarden Euro zuletzt die Hälfte der europäischen Tengelmann-Erträge erwirtschaftete, dürften kaum der Grund für den Abschied sein. Im vergangenen Geschäftsjahr war der Filialist um 8,6 Prozent gewachsen und hatte damit Rewes Penny-Märkte überrundet.

An die Spitzenposition bei Plus war Hürter 1999 auf Empfehlung des damaligen Tengelmann-Sanierers Peter Zühlsdorff gelangt. Auch beim Dualen System Deutschland (DSD) hielten die beiden engen Kontakt – Zühlsdorff zeitweise als Vorstandschef, Hürter als dessen Aufsichtsrat. In dieser Funktion hatte sich der heute 43-Jährige für den Verkauf an den Finanzinvestor KKR vehement ins Zeug gelegt.

Beruflich agierte Hürter, der ebenso zupackend wie bodenständig wirkt, allerdings fast ausschließlich in der Discountbranche. 1985 startete er als Bezirksleiter bei Aldi Süd, wechselte 1992 als Expansionsleiter zu Lidl und wurde dort 1993 Mitglied der Geschäftsführung International. Tengelmann-Chef Erivan Haub holte ihn 1996, um in Mülheim die – später eingestellte – Billigkette LeDi aufzubauen

Die Führung bei Plus soll nun ein Triumvirat aus Alfred Glander, 44, Peter Fink, 52, und dem Ex-Kaufland-Manager Helmut Steurer, 49, übernehmen. Alle drei berichten an Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub.

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