Acciona-Chef Entrecanales
Der Mann, der Eon den Spaß verdirbt

José Manuel Entrecanales und sein Baukonzern Acciona waren international bisher nur wenig bekannt. Dies ändert sich nun schlagartig: Der Firmenlenker mischt sich in den Kampf um den Energieversorger Endesa ein.

MADRID. Der spektakuläre Auftritt passt zu José Manuel Entrecanales. Der 43-jährige Präsident des börsennotierten spanischen Konzerns Acciona hat sich eines der spektakulärsten Gebäude in Madrid ausgesucht, um das neue Logo seiner Firma vorzustellen: das 1880 gebaute, hoch aufragende Kunsthaus Bellas Artes.

Um die edlen Eingangssäulen hat Entrecanales rotes Band wickeln lassen, das Blatt im Logo soll für die neue Umweltfreundlichkeit des Konzerns stehen. 24 Millionen Euro kostete das neue Firmenimage, das der Baukonzern vor einem Jahr präsentierte. Für viele Kritiker ist das deutlich zu viel.

Aber Entrecanales macht das Spektakel im Bellas Artes sichtlich Spaß, er genießt den schönen Schein, lässt den Film über sein immer stärker diversifizierendes umweltfreundliches Unternehmen abfahren, laute Töne schallen durch die sonst stillen Hallen.

Der gelernte Volkswirt ist eben auch ein Mann der Show. Und einer, der weiß, wann er was sagen muss – und was verschweigen. So versicherte er bei der Präsentation des neuen Logos, keine großen Neuerungen einzuführen: „An der Strategie dieses Familienkonzerns wird sich auch mit dem neuen Look nichts ändern.“ Das war vor einem Jahr.

Seit Montag fragen sich viele Analysten, ob an diesen Worten noch etwas Wahres dran ist. Entrecanales, dessen Familie zu den einflussreichsten des Landes gehört, gab der größten spanischen Bank Santander an diesem Tag den Auftrag, für 32 Euro pro Aktie zehn Prozent des Energiekonzerns Endesa zu erwerben – dem Versorger, der mehr als ein Jahr Gegenstand einer Übernahmeschlacht zwischen dem heimischen Konzern Gas Natural und der deutschen Eon ist.

Der langjährige Investmentbanker, der seine berufliche Karriere bei Merril Lynch in London startete, trieb damit den Kaufpreis von Endesa, den Eon zuletzt auf 25,40 Euro festgelegt hatte, enorm in die Höhe. Am Dienstag kletterte der Kurs schon deutlich über die 32 Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Entrecanales große finanzielle Risiken eingehen, um sich die eigenen Taschen zu füllen. Die Familie hat sich besonders im Bausektor als engagierter Käufer einen Namen gemacht.

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