Achenbach kündigt einen „deutlich menschlicheren Umgangston" im Unternehmen an
Karstadt-Quelle-Chef hält alte Führung für zu zögerlich

Christoph Achenbach, der neue Chef des in die roten Zahlen gerutschten Karstadt-Quelle-Konzerns, hat die alte Führung kritisiert und eine Lanze für den geplanten Stellenabbau gebrochen.

HB ESSEN. Achenbach, rügte „fehlende Entschluss- und Umsetzungsfreudigkeit“ der alten Führung. Er hatte im Juni den Chefposten von Wolfgang Urban übernommen. „Unsere Ausgangslage hat sich in den vergangenen Monaten auf breiter Front deutlich verschlechtert“, sagte Achenbach der Karstadt-Mitarbeiterzeitung in Essen.

„Für unser Ziel, den Konzern wieder auf die Erfolgsspur zu bringen, müssen wir alle gemeinsam noch sehr viel harte und engagierte Arbeit leisten“, forderte Achenbach von den knapp 100 000 Beschäftigten. „Wir werden auf Grund unserer schlechten Umsatz- und Ertragslage nicht darum herum kommen, von allen einen Beitrag zur Sanierung der Karstadt-Quelle AG zu fordern“, sagte er. Karstadt-Quelle ist der größte Versand- und Warenhauskonzern Europas.

Um das Unternehmen zu straffen, hatte Achenbach Anfang Juli den Abbau von 4 000 Arbeitsplätzen innerhalb der Warenhaustochter angekündigt. Jetzt kämen weitere Unternehmensteile, unter anderem der Versandhandel, deren Chef Achenbach zuletzt war, auf den Prüfstand. Der Handelsriese will Sanierungspläne für den Gesamtkonzern voraussichtlich im Oktober vorlegen. Unterstützt wird Achenbach vom neuen Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff.

Achenbach kündigte trotz des harten Sanierungskurses einen „deutlich menschlicheren Umgangston“ im Unternehmen an. Er sei sich bewusst, dass es in den vergangenen Monaten nicht zum Besten mit dem Arbeitsklima innerhalb des Konzerns bestellt gewesen sei. Von den Beschäftigten erwarte er, dass sie wieder mehr auf die Kunden und deren Wünsche eingehen.

Karstadt-Quelle war nach einem schwachen Jahr 2003 auch ins neue Jahr schlecht gestartet. Im ersten Quartal vergrößerte sich der Konzernverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als das Vierfache auf 110 Millionen Euro. Auch in den Folgemonaten lief das Geschäft schlecht.

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