Ackermann dürfte erst nächste Woche seinen Auftritt haben: Esser will fünf Stunden lang reden

Ackermann dürfte erst nächste Woche seinen Auftritt haben
Esser will fünf Stunden lang reden

Der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser steht heute im Mittelpunkt des Wirtschaftsprozesses.

HB DÜSSELDORF. Esser hat bei der Richterin etwa fünf Stunden Redezeit erbeten und will als einziger der sechs Angeklagten am Donnerstag auch schon Fragen des Gerichts im Zusammenhang mit den millionenschweren Abfindungen bei der Mannesmann-Übernahme durch den britischen Konkurrenten Vodafone beantworten.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann - im Gegensatz zu Esser der schweren Untreue und nicht nur der Beihilfe angeklagt - wird seinen ersten Auftritt damit möglicherweise erst der nächsten Woche haben.

Zum Prozessauftakt am Mittwoch hatten sich Ackermann, Esser und die übrigen Angeklagten - Ex-IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, der ehemalige Mannesmann-Personalvorstand Dieter Droste sowie der frühere Aufsichtsrat Jürgen Ladberg und Ex-AR-Chef Joachim Funk - betont gelassen gegeben. Die Verteidiger von Ackermann waren jedoch mit dem Versuch gescheitert, den spektakulären Prozess bereits am ersten Tag platzen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft, die den Angeklagten Untreue oder Beihilfe dazu vorwirft, bekräftigte in ihrer Anklageschrift, die Abfindungen an Mannesmann-Manager nach der Übernahmeschlacht vor vier Jahren seien überhöht gewesen und unrechtmäßig gewährt worden. Die Mannesmann-Führung hatte sich lange gegen die bis dahin größte Übernahme der Industriegeschichte gewehrt, dann aber Anfang 2000 doch zugestimmt.

Allein Esser hatte einschließlich Pensionszahlungen seinerzeit ein Paket von gut 30 Millionen Euro erhalten. Ackermann und Zwickel gehörten damals dem Präsidium des Aufsichtsrates an, das über die Prämien befunden hatte. Sie selbst hatten keine Zahlungen erhalten. Esser hatte am Mittwoch erneut betont, er habe sich sehr korrekt verhalten und strebe keinen Antrag auf Einstellung des Verfahrens an.

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