Ackermanns Deal: Ausweg mit Scheckbuch?

Ackermanns Deal
Ausweg mit Scheckbuch?

In den Medien tauchen diese Gerüchte immer wieder auf: Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, lasse die Einstellung des Strafverfahrens gegen ihn im Mannesmann-Prozess sondieren, was gegen Zahlung einer Geldbuße möglich wäre.

DÜSSELDORF. „Früher kam das für mich überhaupt nicht in Frage. Heute denke ich anders darüber“, zitiert ihn der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Doch das Geldhaus dementierte auch diese Meldung prompt. Zu diesem Thema, so ein Bank-Sprecher, habe es gar „keine Stellungnahme von Herrn Ackermann oder seinen Anwälten gegenüber dem ’Spiegel’ gegeben“.

So geht das Spiel nun schon seit Wochen im wohl größten Wirtschaftskrimi der jüngeren Vergangenheit. Seitdem der Bundesgerichtshof (BGH) im Dezember 2005 angeordnet hat, dass der Prozess um Millionenabfindungen an ehemalige Mannesmann-Manager neu aufgerollt werden muss, vergeht kaum ein Tag, an dem in den Medien nicht über einen Deal Ackermanns spekuliert wird: Seine Anwälte, so die These, werden versuchen, mit Gericht und Staatsanwaltschaft eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldbuße nach § 153a Strafprozessordnung (StPO) auszuhandeln. Anfang Januar dementierte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft noch einen entsprechenden Bericht der „Rheinischen Post“.

Doch Fakt ist: Würden die Beteiligten nicht längst über eine derartige Prozessbeendigung nachdenken, wären sie schlechte Strategen. „Das gehört zu jeder guten Vorarbeit in derartigen Prozessen“, sagte ein Düsseldorfer Strafverteidiger dem Handelsblatt.

Ackermann und fünf weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, die Übernahme von Mannesmann durch den Mobilfunkriesen Vodafone genutzt zu haben, um Managern des Unternehmens, darunter der damalige Chef Klaus Esser, ungerechtfertigte Abfindungen in Höhe von rund 60 Mill. Euro zuzuschieben. Das Landgericht Düsseldorf sprach die Angeklagten, unter ihnen auch Ex-IG-Metall-Boss Klaus Zwickel, zwar frei. Der BGH hob das Urteil jedoch auf und verwies den Fall an eine andere Kammer des Landgerichts zurück.

Damit steht das Verfahren vor einer Neuauflage, die alle Beteiligten viel Zeit und Arbeit kosten dürfte. Und schenkt man Rechtsexperten Glauben, ist diesmal eine Verurteilung eher wahrscheinlich. Schon aus diesem Grund könnten deshalb alle Parteien an einer Einstellung nach § 153a StPO interessiert sein. Denn sie sichert ihnen nicht nur ein stilles und schnelles Ende des Prozesses zu – die Sache muss erst gar nicht öffentlich verhandelt werden. Die Angeklagten wären auch nicht vorbestraft.

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