Änderungen am Bau
Architekt hat ein Urheberrecht

Mein Haus - das heißt noch lange nicht, dass der Eigentümer alles nach eigenem Geschmack umbauen darf. Architekten haben Patent- und Urheberrechte, erklärt Tillmann Prinz, Jurist und Geschäftsführer der Bundesarchitektenkammer, im Kurzinterview.

Herr Prinz, darf jeder Bauherr spätere Veränderungen wie einen Gaubenausbau oder einen Anbau an seinem Eigenheim vornehmen?

Nein, auch wenn viele Immobilieneigentümer das glauben. Nur weil sie den Entwurf bezahlt haben, bedeutet das nicht, dass sie ihn anschließend nach Gusto ändern können.

Woran können Laien erkennen, woran sie nicht rühren dürfen?

Es geht zum einen um Patente, das kann jeder über das Patentamt in München recherchieren. Zum anderen ums Urheberrecht - und da stellt in der Regel erst ein Gericht fest, wann es tatsächlich verletzt wurde.

Was ist, wenn die Gaube schon gebaut wurde?

Dann wägen die Gerichte das Interesse des Architekten auf Schadensersatz gegen den Platzbedarf des Bauherren ab, oft zu Gunsten der Letzteren.

Wie können Bauherren vertraglich vorsorgen?

Jeder Architekt ist wegen des geschützten Berufs Mitglied einer Architektenkammer. Die halten entsprechende Vertragsformulierungen für Bauherren zur Übertragung von Nutzungsrechten vor. Dann sind kleine Veränderungen abgesichert. Für individuelle Häuser bleibt ein Teil des Rechts aber beim Architekten.

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