"Ärztliche Atteste besorgen"
Anwalt rät Betroffenen des Unglücks von Bad Reichenhall zu Beweissicherung

Die Verletzten des Unglücks von Bad Reichenhall sowie die Angehörigen der Todesopfer sollten bereits jetzt Beweise für mögliche Entschädigungsansprüche sammeln. Darauf hat der Hannoversche Opferanwalt Ulrich von Jeinsen in einem Gespräch mit dem Handelsblatt hingewiesen. Von Jeinsen hat unter anderem Angehörige von Opfern des Concorde-Absturz im Jahr 2000 vertreten.

DÜSSELDORF. Bezogen auf Schmerzensgeld-Ansprüche der Verletzten sagte er: "Die Verjährung in solchen Fällen beträgt drei Jahre. Auf Basis der Erkrankung und des Heilungsprozesses wird ein Schmerzensgeld festgesetzt. Dafür gibt es Tabellen. Die Betroffen sollten sich aber ärztliche Atteste besorgen."

Schlechter steht es nach Aussage des Anwalts um den Schmerzensgeldanspruch der Angehörigen. "Nach deutschem Recht gibt es für den Verlust eines Familienmitglieds kaum Schmerzensgeld." Die Rechtsprechung sei da "knallhart", so der Jurist. "Nur wenn die Trauer selbst Krankheitswert hat, gibt es Schmerzensgeld. Deshalb sollten Angehörige auf jeden Fall zum Arzt gehen und ihren psychischen Gesundheitszustand feststellen lassen, gegebenenfalls auch eine psychotherapeutische Betreuung durchführen lassen." Von Jeinsen rät Betroffenen zudem, sich im Falle eines Prozesses zusammenzuschließen.

Während bei Verletzungen die Entschädigungssummen dem europäischen Standard entsprächen, sei man in Deutschland, was die Trauer von Angehörigen anbelangt, "im Grunde bei Null", sagte von Jeinsen. In einigen wenigen Ausnahmefällen habe sich das Schmerzengeld "bei einigen zehntausend Euro" bewegt, berichtete er.

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