Äußerst diskret, aber wirkungsvoll
Dieter Vogel engagiert sich als Investmentbanker

Ob er den Mobilfunkanbieter Mobilcom vor dem Aus rettet oder die angeschlagene Beteiligungsfirma WCM saniert: Dieter Vogel scheut keine schwierigen Aufgaben. Diskret und diplomatisch zieht der 63-Jährige in den vergangenen Jahren meist hinter den Kulissen die Fäden.

HAMBURG. Dabei nutzt er seine guten Kontakte zur Hochfinanz und Industrie, um den kriselnden Firmen als Aufsichtsratschef aus der Patsche zu helfen. Nun steht der fast zwei Meter große Manager überraschend als Investmentbanker im Rampenlicht: Der Ex-Thyssen-Chef engagiert sich mit dem US-Finanzinvestor Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB) beim Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co. (Klöco). „Es ist unser Ziel, Klöckner & Co. als ganzes Unternehmen weiterzuentwickeln“, sagt Vogel, der die LGB in Europa vertritt. Dabei will sich der frühere Stahlmanager aber Zeit lassen: „Wir werden hier wohl unsere durchschnittliche Haltefrist von sieben Jahren nicht unterschreiten.“

Der Milliardendeal könnte Vogel aber Kopfzerbrechen bereiten. Denn der ehemalige Klöco-Besitzer Balli will den US-Fonds mit Gerichtsprozessen in Atem halten. Grund: Die britisch-iranische Stahlgesellschaft fordert von dem früheren Klöco-Eigentümer WestLB seit längerem eine millionenschwere Rückzahlung. Diese Forderung sei mit dem Verkauf an die LGB übergegangen, berichtet der „Spiegel“. Doch Vogel wiegelt ab. „Ich glaube, in der Angelegenheit werden wir keine Probleme bekommen“, zeigt er sich zuversichtlich.

Bereits seit 1998 arbeitet der Sohn eines tschechischen Mathematikprofessors als Investmentbanker: Zusammen mit dem US-Vermögensverwalter Bessemer und dem Investmentbanker Michael Treichl gründet der scharf denkende Analytiker, der Schule und Studium mit Bestnoten absolviert, die Bessemer, Vogel, Treichl GmbH. Sie spürt mittelständische Firmen vor allem in Deutschland auf, an der sich dann die Bessemer Securities oder LGB beteiligen.

Die erworbenen Betriebe werden restrukturiert und später an industrielle Investoren oder über die Börse verkauft. Dabei hat Vogel Routine: „Ich habe in meinem Berufsleben bereits mehr als 100 Firmen gekauft“, sagt er – zuletzt den Rohrbauer Mapress von Mannesmann.

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