Affinerie-Chef Marnette verlässt nach Krach den BDI
Der Napoleon von der Veddel

Der Mann sorgt gern für Schlagzeilen – manchmal auch unfreiwillig. So hatten erst vor einigen Monaten Linksautonome den Dienstwagen von Werner Marnette vor seinem Privathaus in Todstedt (Landkreis Harburg) in Brand gesteckt. Breit berichteten Fernsehsender und die Presse über den Anschlag.

HB HAMBURG. Nun sorgt der 60-jährige Vorstandschef der Norddeutschen Affinerie erneut für Aufsehen – ebenfalls nicht ganz freiwillig: Denn auf Druck der Energieriesen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall wird er am morgigen Freitag seinen Chefposten im Energieausschuss beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) abgeben.

Die Versorger hatten den Chef von Europas größter Kupferhütte in einem offenen Brief zu seinem Rücktritt gedrängt. Grund: Marnette geriet bei ihnen in Ungnade. Er hatte den Konzernen immer wieder Preistreiberei vorgeworfen, die dadurch den Industriestandort Deutschland schwer beschädigen würden.

In einem Rücktrittsbrief bedauert Marnette, dass er wegen seiner Äußerungen in die Kritik geraten sei: Die Erwartung, in seiner Funktion „müsste ich mir eine größere Zurückhaltung in der Sache auferlegen, deckt sich weder mit meiner Überzeugung noch mit meinen Absichten“.

Auch in der Hansestadt gibt der Mann mit seinem stets kurz geschnittenen, leicht ergrauten Haaren gern den Ton an. Immer wieder bezieht er als langjähriger Chef des Industrieverbands Hamburg öffentlichkeitswirksam Position, um die wirtschaftliche Entwicklung der norddeutschen Metropole voranzutreiben.

Ein Mal setzt er sich für die Erweiterung der Landebahn des Airbus-Werks im ländlichen Finkenwerder ein, ein anderes Mal wendet er sich gegen den drohenden Verkauf des Kosmetikkonzerns Beiersdorf an den US-Riesen Procter & Gamble.

Seite 1:

Der Napoleon von der Veddel

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%