Aggressionen des Tieres rufen ähnliche Reaktionen beim Menschen hervor
Pferdesport – aktuelle Urteile

Ein Ausritt an einem schönen Sommertag ist der Traum eines jeden Pferdefreunds. Bockt der Vierbeiner oder tritt aus, endet die Sommeridylle schnell vor Gericht.

Ausbrecher

Manche Rösser reagieren höchst aggressiv auf bestimmte Artgenossen. Diese durchaus menschliche Eigenart sollten hilfsbereite Reitersleute besser beachten. Das weiß inzwischen auch eine Reiterin aus Westfalen, die auf dem Weg zum Reitstall ein ausgebrochenes Pferd einfing und das Tier auf eine benachbarte Weide brachte - zu einem vermeintlichen Spielgefährten. Dieser erwies sich jedoch als Brutalo und attackierte Pferd und Frau. Die Arztrechnung für den erlittenen Kreuzbandriss musste die Hilfsbereite selbst zahlen. Als erfahrene Reiterin hätte sie wissen müssen, dass weidende Tiere auf fremde Artgenossen "unberechenbar reagieren", so die Richter (Oberlandesgericht Hamm, 9 U 185/01).

Leihgaul

Ein Weidmann aus dem Rheinland wollte die Tauglichkeit eines Vierbeiners für Querfeldeinjagden testen. Dazu lieh er sich das Pferd aus. Doch der gepumpte Gaul warf den Jägersmann unsanft ab. Schmerzensgeld für die blauen Flecke bekam der Grünrock nicht. Denn Verleiher haften für Unfälle nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, das gilt auch für Proberitte. Dem Besitzer des Tiers sei jedoch nichts dergleichen vorzuwerfen, urteilten die Richter (Oberlandesgericht Düsseldorf, 8 U 206/96).

Pferdetritt

Vierbeiner werden nervös, wenn sich Menschen zu nahe an ihrem Hinterteil vorbeibewegen. Das müssen nach Ansicht von Juristen auch Reitschüler mit 20 Unterrichtsstunden wissen. Einer Stallnovizin, die mit 140 Zentimetern Abstand am Gesäß eines Vollblüters vorbeiging und einen deftigen Tritt vor den Oberschenkel erhielt, attestierten die Richter eine Mitschuld. Sie musste ein Drittel der Behandlung selbst zahlen. Nur weil der trittfreudige Gaul den schmucken Namen Röschen trage, dürfe eine angelernte Reiterin nicht von einem friedfertigen Wesen ausgehen (Oberlandesgericht Koblenz, 5 U 465/01).

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 34 vom 18.08.2005 Seite 086

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