Airbus-Chef Noël Forgeard will den Job von EADS-Boss Philippe Camus – neuer Höhepunkt einer alten Fehde
Machtkampf wie bei „Dallas“

Was sich derzeit im Umfeld der Rüstungskonzerne EADS und Thales abspielt, muss den Vergleich mit einer Seifenoper wie „Dallas“ nicht scheuen. Es geht um Geld, Macht und Politik – und um vermeintliche Bösewichte à la J.R. und vermeintliche Gutwichte à la Bobby Ewing.

PARIS. Offiziell wird natürlich dementiert, so gut es geht: In Sachen Thales und EADS „gibt es keine laufenden Fusionsvorbereitungen“, sagt Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac. So richtig glauben mag das aber niemand.

Denn es geht auch um Egos. Der Hickhack um eine Heirat der französisch-britischen Thales und der deutsch-französischen EADS ist nur eine Facette eines jahrelangen Machtkampfs zweier Männer, die einander nicht mögen: Philippe Camus, 56, leitet seit dem Jahr 2000 zusammen mit dem Deutschen Rainer Hertrich EADS. Sein Untergebener im EADS-Imperium als Chef der Tochter Airbus ist der 57-jährige Noël Forgeard.

Der war schon immer scharf auf den Job von Camus. Nun wittert Forgeard seine Chance: Im Sommer 2005 läuft Camus’ Mandat aus, und das Fusionsgerede ist ein Vehikel für Forgeard, seine Ambitionen zu unterstreichen. Seine letzte Chance, EADS-Chef zu werden.

Derzeit scheint der ehrgeizige Airbus-Chef mit der J.R.-ähnlichen Raffinesse die besseren Karten zu haben. „Nachdem ein Finanzexperte die Gründungsphase von EADS mit Erfolg gemeistert hat, sollte jetzt vielleicht ein Industrie- Experte an die Spitze von EADS treten“, heißt es im Umfeld der Lagardère-Gruppe, mit 15 Prozent einer der Großaktionäre von EADS.

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