Akio Toyoda
Ein Toyoda für Toyota

Akio Toyoda übernimmt beim japanischen Traditionskonzern Toyota die Macht. Viele Angestellte hoffen, dass der Gründerenkel den Konzern möglichst unbeschadet durch die Krise führt. Gleich zum Start muss Toyoda entscheiden, ob er tausende Mitarbeiter entlässt.

TOKIO. Shoichiro Toyoda erschien im vergangenen Jahr auf einer Sitzung des Toyota-Vorstandsrats und ergriff als Erster das Wort. Sein Sohn Akio Toyoda sei bereit, das Unternehmen in diesen schweren Zeiten zu führen, sagte der 83-jährige Ehrenvorsitzende. Die anhaltende Krise werde weitere Zulieferer des Firmenverbundes in die Insolvenz treiben. In so einer Zeit müsse die Familie die Verantwortung übernehmen und schwere Entscheidungen über Auftragskürzungen den Zulieferern selbst übermitteln.

Gestern nun ging Toyota mit der Nachricht an die Öffentlichkeit: Nach einer Hauptversammlung im Juni dieses Jahres wird Akio Toyoda Präsident des Traditionskonzerns.

Shoichiro Toyodas Stimme gab damals den Ausschlag beim Führungswechsel in der Krise. Sein Wort hat Gewicht: In seiner aktiven Zeit als Präsident vor zwanzig Jahren gelangen ihm satte Gewinne und internationale Expansion. Jetzt muss sich zeigen, ob sein 52-jähriger Sohn Akio ebenfalls für den Posten ganz oben taugt - an der Spitze des größten Autoherstellers der Welt mit 315 000 Mitarbeitern und einer Jahresproduktion von knapp neun Millionen Autos. Ein Posten mit enormer Verantwortung. "Wenn es Toyota schlechtgeht, dann leidet die Wirtschaft ganz Japans", sagt Masaaki Sato, renommierter Experte für die Autoindustrie.

Der Abschwung bedroht bei Toyota viele bereits angestoßene Projekte. Ein Werk für besonders schwere Wagen in den USA ist gerade erst fertig geworden - jetzt pflegen die Mitarbeiter den Rasen. An zahlreichen Standorten in Schwellenländern sind neue Produktionsstraßen geplant. Jetzt in der Krise steht das alles infrage. Toyota wird im laufenden Jahr voraussichtlich einen operativen Verlust von 1,3 Milliarden Euro ausweisen.

Es sind gerade die Erfolge des Unternehmens, die Toyodas Aufgabe erschweren. Denn von einem Toyoda als Chef des Familienunternehmens erwartet die Welt heute: störungsfreie Produktion, mitarbeiterfreundliches Management und zugleich makellose Qualität sowie hohe Margen und ständiges Wachstum. Dass es zumindest Wachstum in diesem Jahr nicht geben wird, ist bereits klar.

"Akio Toyoda ist noch sehr jung für den Posten", sagt Autoexperte Sato. Sein Vater sei 57 gewesen, als er auf den Chefsessel kam. Es habe einige Zweifel gegeben, ob Akio nicht noch Zeit bräuchte. "Er hat das Auftreten eines Unternehmensführers, doch noch keine Praxis und nur wenig eigene Erfolge vorzuweisen."

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