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Viel Ärger wegen Frostschäden

Wenn die Heizung einfriert, sinken oft nicht nur die Temperaturen in der Wohnung. Auch die Laune der Bewohner erreicht Tiefstände, wenn sie den Schaden selbst bezahlen müssen.

Zentralheizung: Mieter, die auf Reisen gehen, müssen dafür sorgen, dass ihre Wohnung gegen Frostschäden geschützt ist. Platzt bei eisiger Kälte ein Heizungsrohr, geben die Gerichte ihnen in aller Regel die Schuld. Die Ausnahme: Wenn die Zentralheizung ausfällt und der Frost auch die Leitungen in der Wohnung des Hauseigentümers zerstört, muss der Mieter nicht zahlen (Oberlandesgericht Hamm, 12 U 9/95).

Mitverschulden: Macht die Heizung im Winter schlapp, informieren Mieter erst mal den Vermieter. Doch wenn der Heizkörper einzufrieren droht, sollten sie es nicht beim Griff zum Telefon belassen: Versäumt ein Mieter "zumutbare Maßnahmen" zur Schadensabwehr, wird er zur Kasse gebeten. Wer etwa ohne Weiteres das Wasser aus den Rohren ablassen kann, sollte dies tun. Nichtstun legen Richter sonst als Verstoß gegen die "Obhutspflicht" aus (Oberlandesgericht Nürnberg, 5 U 1896/00).

Winterferien: Auch Hausbesitzer sollten gegen Temperaturstürze vorsorgen. Wer die Heizung abdreht, bevor er in Skiurlaub fährt, spart an der falschen Stelle. Diese Erfahrung machte ein sorgloser Franke. Während er Ski fuhr, sank das Quecksilber an seinem Wohnort auf minus 20 Grad. Die Ventile barsten und ließen dem Wasser freien Lauf. Die Versicherung zeigte dem Mann die kalte Schulter. Grob fahrlässig, fanden auch die Richter (Oberlandesgericht Bamberg, 1 U 174/01).

Frostsicherung: Unternehmen und Behörden sollten sich nicht darauf verlassen, dass eine Frostsicherung die Heizung von allein anspringen lässt. Wer über "entsprechendes Personal" verfügt, muss bei Leerstand Kontrollen veranlassen. Ansonsten gibts für Frostschäden kein Geld von der Versicherung (Landgericht München I, 9 O 11282/01).

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 3/06

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